22.05.2017

Korrektur extremer Fehlsichtigkeit von 40 Dioptrien

Mainz – In der Universitätsmedizin Mainz haben Spezialisten die weltweit stärkste Linse zur Korrektur eines extremen Sehfehlers implantiert: Der Patient erhielt eine speziell für ihn angefertigte Linse mit einer Zylinderkorrektur von 40 Dioptrien. Üblicherweise liegt die Grenze für serienmäßig gefertigte Linsen bei 12 Dioptrien.

Der Leiter des dortigen Spezialbereichs Refraktive Chirurgie, Dr. Urs Voßmerbäumer, hat diese außergewöhnliche Operation jüngst erfolgreich durchgeführt. Der operierte 76-jährige Patient war hochgradig sehbehindert, da er unter einem weit fortgeschrittenen Grauen Star litt und zudem eine extreme Hornhautverkrümmung aufwies. Nur einen Monat nach der OP betrug seine Sehstärke auf dem operierten Auge bereits rund 35 Prozent des üblichen Sehvermögens.
Die Korrektur einer solch extremen Sehbehinderung stellte in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar: Zum einen in der Berechnung und der Produktion der zu implantierenden Linse. Dafür bedurfte es insbesondere einer extrem genauen Vermessung des Auges und der Hornhautverkrümmung. Im zweiten Schritt stellte die spezielle Konstruktion der anspruchsvollen Intraokularlinse besondere Anforderungen an die Ingenieure der Erlanger Herstellerfirma. Zum anderen forderte die Implantation des personalisierten Medizinprodukts dem Operateur Voßmerbäumer Höchstleistungen ab.
„Extreme Fehlsichtigkeit ist kein Schicksal mehr. Denn für die refraktive Chirurgie muss heutzutage die Ausprägung einer Fehlsichtigkeit keine Beschränkung mehr sein. Auch bei extremen Sehfehlern bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit, eine operative, refraktive Behandlung durchzuführen und so zu einem guten Sehvermögen zu gelangen“, freut sich Voßmerbäumer.
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