16.12.2020

Kongress: Homecare im SGB V verankern

Berlin – Attraktivierung der Berufsbilder, Anerkennung als eigener Versorgungsbereich, mehr Unterstützung für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter: Beim Homecare-Management-Kongress des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) brechen Bundestagsabgeordnete eine Lanze für die Branche.

Während der Corona-Krise sei die Homecare-Branche vernachlässigt worden, meint Dr. Wieland Schinnenburg (FDP). Er vermisst Wertschätzung und mahnt Unterstützung an. Auch dem CDU-Abgeordneten Dr. Roy Kühne ist es Anliegen, diese Branche zu unterstützen. Er schielt bereits auf die Koalitionsverhandlungen im nächsten Jahr, „um die Situation für die Hilfsmittel- und Homecare-Versorgung zu verbessern“. Vielleicht sitzen Kühne und Maria Klein-Schmeink (Grüne) dann an einem Tisch. Diese plädiert dafür, Homecare-Versorgung nicht als Anhängsel an ein Produkt zu sehen, „sondern als eigenständigen Versorgungsbereich“. Potenziale sieht sie zudem in der Digitalisierung. Das habe die Pandemie bereits gezeigt, meint Martina Stamm-Fiebich. Die Sozialdemokratin macht sich dafür stark, „dass wir die Qualität in der Hilfsmittelversorgung sicherstellen und dass wir die Berufsbilder im Hilfsmittel- und Homecare-Bereich attraktiver ausgestalten“.
Während des Kongresses setzen sich Branchenvertreter dafür ein, Homecare-Leistungen im SGB V zu verankern. Auch BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll hebt die große Bedeutung der Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger in der Corona-Krise hervor: „Homecare ermöglicht als zentrale Säule der außerklinischen Versorgung den ambulanten Verbleib der Patienten – und entlastet damit die stationären Strukturen“. Franz Knieps, Vorstand des Dachverbands der Betriebskrankenkassen, sieht Potenzial in der Branche, wenn es um die Überwindung der Sektorengrenzen gehe. Sie müsse sich auf ihre zentralen Kompetenzen konzentrieren und zeigen, dass man Versorgungslücken im Überleitmanagement durch Homecare schließen kann.
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