17.05.2016

Kommunizierende Medizingeräte im OP

Berlin – Erstmals können im vernetzten Operationssaal Medizingeräte unterschiedlichster Art und Hersteller in Echtzeit miteinander, mit dem Operateur und mit der IT-Infrastruktur der Krankenhäuser kommunizieren. Das neue System wurde in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt OR.NET entwickelt.

Kommunizierende Medizingeräte im OP„Gerade bei komplizierten Operationen ist es wichtig, dass Ärzte sehr schnell sehr genau arbeiten und sich voll auf den Patienten konzentrieren können. Dafür müssen alle notwendigen Informationen auf einen Blick und unmittelbar am OP-Tisch verfügbar sein. Das haben wir jetzt erreicht und ich erhoffe mir dadurch eine noch bessere medizinische Versorgung“, sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Beispielsweise könnten bei einer OP bereits vorhandene Röntgenbilder dem Operateur direkt vorgelegt werden. Auch aktuelle Gesundheitsdaten und Vitalparameter ließen sich nun an einer Arbeitsstation wie beispielsweise dem OP-Mikroskop zusammenführen und blieben im Blickfeld des Chirurgen.
Von den Forschungsergebnissen profitieren neben den hoch innovativen kleinen und mittleren Medizintechnik-Unternehmen vor allem Kliniken. Sie seien künftig nicht mehr auf Gesamtlösungen einzelner großer Hersteller angewiesen, sondern könnten Geräte unterschiedlichster Hersteller integrieren.
In den letzten vier Jahren haben mehr al 80 Partner, die meisten kleine und mittlere Unternehme, in OR.NET an Systemen für den vernetzten Operationssaal gearbeitet. Entstanden sind nicht nur
Vernetzungskonzepte zu Medizingeräten im OP-Saal und klinischer IT-Umgebung. Auch die internationale Standardisierung der Vernetzungsansätze sei angestoßen worden, so das BMBF in seiner Mitteilung. Dadurch könnten einheitliche Standards für Schnittstellen und Protokolle etabliert werden, die die Konkurrenzfähigkeit auf internationalen Märkten sichern. Ein wichtiger Faktor sei aber, dass die Ergebnisse für eine Entlastung des behandelnden Personals und somit zu verbesserter Patientensicherheit beitragen könnten.
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