19.03.2018

Intelligente OP-Plattform integriert medizintechnische Lösungen

Heidelberg – Die urologische Universitätsklinik Heidelberg entwickelt mit Partnern bis zum Jahr 2020 einen Prototyp einer intelligenten Business- und Software-Plattform. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Plattform soll es ermöglichen, weitere medizintechnische Lösungen zu integrieren.

Bisher fungieren viele hochpräzise Geräte in der Chirurgie nur als herstellerspezifische Insellösungen. Im Operationssaal der Zukunft soll eine intelligente und benutzerorientierte Plattform alle wichtigen Funktionen und Daten bündeln und diese übersichtlich und einheitlich unter anderem auf einem Bildschirm darstellen. Ein digitaler Assistent informiert den Chirurgen, damit dieser die bestmögliche Behandlung für seinen Patienten einsetzen kann. So soll die Patientensicherheit erhöht und die Abläufe im Operationssaal verbessert werden.
Die urologische Universitätsklinik Heidelberg hat das Projekt „OP 4.1“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum sowie den Unternehmen SAP, Siemens Healthineers, Karl Storz und mbits entwickeln die Mediziner einen Prototyp für das digitale System, das zukünftig im Operationssaal eingesetzt werden soll. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Konsortialprojekt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen des Technologieprogramms Smart Service Welt II.
Als Basis dient die „SAP Cloud Platform“, die Kernfunktionalitäten wie sichere Authentifizierung ermöglicht. Vier Starter-Apps sollen entwickelt werden, auf die durch verschiedene Interaktionsformen aus einem sterilen Umfeld heraus zugegriffen werden kann. Michael Byczkowski, Vice President Customer Design Engagement bei SAP Design der SAP SE, erläutert: „Der Prototyp ‚OP 4.1‘ wird auch eine Business-Plattform beinhalten, so dass zukünftige, Software-basierte Lösungen schnell auf freigegebene Gerätedaten zugreifen können und diese Nutzung auch entsprechend abgerechnet werden kann.“ Dadurch könnten neue und innovative Geschäftsmodelle rasch ihren Weg in den Markt finden. Der Plattform-Prototyp werde offen und technisch erweiterbar sein und die Integration weiterer medizintechnischer Funktionen ermöglichen. „Dies alles wird auch die Markteintrittshürde für große und kleine innovative Unternehmen aus der Medizintechnik senken, die mit ihren Produkten bisher noch keinen Zugang in den klinischen Alltag gefunden hatten.“
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