21.08.2018

Inkontinenz-Versorgung: Patienten sollen nicht draufzahlen

Berlin – Für die Inkontinenzversorgung fordert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) ein bundesweit einheitliches und kassenübergreifendes Festpauschalsystem. Dazu hat der im Verband organisierte Fachbereich „Aufsaugende Inkontinenzversorgung“ ein Positionspapier veröffentlicht.

Wichtig ist dem BVMed, dass die Patienten nicht noch selbst in die Tasche greifen müssen, betont er. „Die aktuell nicht auskömmlichen Vertragspreise der Krankenkassen dürften bei der Berechnung nicht berücksichtigt werden, da diese Aufzahlungen der Patienten bedingen.“ Er fordert eine gesetzliche Regelung zur Berechnung des Festpauschalsystems. Diese müsse regelmäßig angepasst und nach unterschiedlichen Versorgungssituationen abgestuft werden. Zielsetzung des Gesetzgebers war es, mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) unter anderem die Versorgungssituation von Patienten mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten zu verbessern, teilt der BVMed mit. „Positiv zu bewerten ist, dass die Qualitätskriterien für aufsaugende Inkontinenzprodukte im Hilfsmittelverzeichnis auf den aktuellen Stand angepasst, weitere Qualitätsaspekte im HHVG verankert worden sind und Eingang in die Verträge der meisten Krankenkassen gefunden haben.“ Hingegen seien die erhöhten Anforderungen in der Erstattung bisher nicht berücksichtigt worden. „Seit Inkrafttreten des HHVG im März 2017 hat keine Krankenkasse die Vergütung beziehungsweise Pauschale für saugende Inkontinenzhilfen angepasst“, sagt der BVMed. „Einige Kassen haben die Vergütung sogar deutlich reduziert.“ Ein bundeseinheitliches und kassenübergreifendes Festpauschal-System, das stetig an die aktuellen Anforderungen angepasst werde, könne hier Abhilfe schaffen und eine aufzahlungsfreie Versorgung der betroffenen Inkontinenz-Patienten gewährleisten.

Laut Positionspapier erhofft sich der BVMed darüber hinaus eine Stärkung des Qualitätswettbewerbs, die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung sowie der Wahlfreiheit der Betroffenen bezüglich der Leistungserbringer.

Das Positionspapier ist auf www.bvmed.de/positionen abrufbar.
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