22.07.2014

Implantat als Frühwarnsystem gegen Schlaganfall

Hamburg – Als bundesweit erste Krankenkasse bietet die DAK-Gesundheit Patienten mit Herzproblemen ein Frühwarnsystem gegen Schlaganfälle an. Durch die ambulante Implantation eines BioMonitors und das anschließende Home Monitoring wird die Herztätigkeit dauerhaft aufgezeichnet. Bei Unregelmäßigkeiten erhält der behandelnde Kardiologe sofort eine Alarmmeldung.

Implantat als Frühwarnsystem gegen SchlaganfallDurch rechtzeitige Therapien lässt sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Schlaganfälle um über 50 Prozent senken.
Jedes Jahr erleiden rund 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Bei einem Drittel der Patienten können die Ärzte aber keine eindeutige Diagnose abgeben: Ambulante Untersuchungen und Langzeit-EKGs bleiben ohne Ergebnis. Über die Ursache können Mediziner häufig nur spekulieren, meist gilt Vorhofflimmern als Auslöser. „Für die Betroffenen ist das Rätselraten eine schwere Belastung“, sagt Prof. Dr. Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.
Der BioMonitor soll Schluss machen mit der Ungewissheit. Zehn Mal öfter als bei der bisherigen Diagnostik lässt sich durch die tägliche Datenübertragung („Home Monitoring“) des BioMonitors ein Vorhofflimmern nachweisen. Rebscher: „Unser neues Angebot verbessert die medizinische Versorgung unserer Versicherten, dadurch erhöht sich ihre Lebensqualität.“ Eine aufwendige OP müssten die Patienten nicht fürchten, das Implantat von der Größe einer Zwei-Euro-Münze wird ambulant eingesetzt.
Der Startschuss für das neue Monitor-Programm der DAK-Gesundheit fiel am 17. Juni bei der eHealth Conference in Hamburg. In der Pilotphase sollen 1000 Patienten den Herzmonitor erhalten. Alle haben schon einmal einen Schlaganfall erlitten und sind darum besonders gefährdet. Einer Modellrechnung zufolge müssen 55 von 1.000 herkömmlich behandelten Patienten binnen eines Jahres mit einem erneuten Schlaganfall rechnen. Beim Einsatz des vom Berliner Medizintechnikhersteller BIOTRONIK entwickelten BioMonitors sinkt diese Zahl auf 31.
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