10.12.2018

Hygieneforum: Forderung nach Nationalem Sepsisplan

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) beleuchtet das Thema Sepsis während seines 7. Hygieneforums in Berlin von unterschiedlichen Seiten. Mehr als 100 Gäste nehmen teil. BVMed-Mitglied Joachim Rösel stellt zum Beispiel die Verbandsinitiative Nosokomiale Infektionen vor.

Hygieneforum: Forderung nach Nationalem SepsisplanKernstück der Initiative ist die Webseite www.krankenhausinfektionen.info. Hier finden Interessierte Informationen und Grafiken zu verschiedenen Infektionsarten. Material kann für Präsentationen oder Schulungen kostenlos heruntergeladen werden. Neu ist eine umfangreiche Sammlung von Piktogrammen für Präsentationen und Schulungsmaterial. Rösel ist auch Sprecher des BVMed-Fachbereichs Nosokomiale Infektionen.
Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung, spricht von 70.000 Todesfällen durch Sepsis pro Jahr – 15.000 bis 20.000 seien vermeidbar. „Dass Sepsis durch gewöhnliche Infektionen wie Lungenentzündung, Grippe, Hirnhautentzündung oder Masern ausgelöst wird, gegen die man sich durch Impfung schützen kann, ist laut repräsentativen Umfragen den wenigsten Bundesbürgern bekannt", bemängelt der Mediziner des Universitätsklinikums Jena. Er setzt sich für einen Nationalen Sepsisplan ein.
Auf den Personalmangel geht Dr. Susanne Huggett, leitende Hygiene-Ärztin bei der Medilys Laborgesellschaft aus Hamburg, ein. Hygieniker seien die „meistgesuchten Fachärzte“. Der Bedarf an diesen Medizinern könne derzeit nicht überall gedeckt werden. „Hygiene und Infektionsprävention sollten bereits im Studium mehr Gewicht erhalten", fordert sie.
Dr. Christoph Justinger ist Gefäßchirurg an der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie des Städtischen Klinikums Karlsruhe. In seinem Vortrag geht er auf postoperative Wundinfektionen ein. Zur Vermeidung seien mehrere Maßnahmen notwendig. Ein Bestandteil sollten antiseptische Nahtmaterialien sein. „Denn rund 50 Prozent aller Krankenhausinfektionen sind fremdkörperassoziiert", sagt er. Nahtmaterial sei dabei ein Implantat mit großen Oberflächen.
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