16.12.2019

Hörgeräte: Verkürzter Verordnungsweg kommt bei Versicherten gut an

Berlin – 90 Prozent der Patienten sind mit dem verkürzten Versorgungsweg in der Hörgeräte-Versorgung über den HNO-Arzt zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 5.000 Patienten durch die „Qualitätsinitiative Verkürzter Versorgungsweg (QVV)“ im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). 90 Prozent äußern sich zufrieden mit dem Hörgerät, 89 Prozent mit der Beratung.

Unter dem verkürzten Versorgungsweg versteht man die arbeitsteilige Versorgung von Patienten mit Hörsystemen direkt in der HNO-Praxis. Der Hörakustik-Meisterbetrieb arbeitet Hand in Hand mit dem behandelnden HNO-Arzt.
Dieser Versorgungsweg schneidet bei der Patientenzufriedenheit besser ab als die konventionelle Hörgeräteversorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Denn nach den GKV-Daten, die vom Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrum in Zusammenarbeit mit opta data erhoben wurden, sind 81 Prozent mit dem Hörgerät und 88 Prozent mit der Beratung zufrieden. Die Erhebung der GKV bezieht sich auf die Gesamtheit der Hörgeräteversorgungen – also konventionell über das Hörakustiker-Fachgeschäft sowie über den verkürzten Versorgungsweg, wobei die große Mehrzahl der Versorgungen noch konventionell durchgeführt wird.
Rund 70 Prozent der Versorgungen über den verkürzten Versorgungsweg können aufzahlungsfrei durchgeführt werden. Im Kontrast hierzu ergibt sich laut GKV-Bericht über die Gesamtheit der Hörgeräteversorgungen eine Quote der Versorgungen ohne Aufzahlung von nur 30 Prozent.

Ein großer Unterschied besteht zudem bei der durchschnittlichen Aufzahlungshöhe. Während bei der durchschnittlichen Hörgeräte-Versorgung der Aufzahlungsbetrag der Versicherten laut GKV-Veröffentlichung bei 1.169 Euro liegt, ist er bei den QVV-Daten mit durchschnittlich 145 Euro deutlich niedriger. Der BVMed bemängelt zudem, dass laut GKV-Daten 87 Prozent der Versicherten über den Anspruch auf eine aufzahlungsfreie Versorgung aufgeklärt werden. Da die Aufklärung gesetzlich vorgeschrieben ist, müsste der Wert eigentlich bei 100 Prozent liegen.
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