20.09.2016

Hilfsmittelverbände betrachten Anti-Dekubitus-Versorgung mit Sorge

Berlin – Sieben Hilfsmittelverbände schlagen bei der Versorgung mit Anti-Dekubitus-Systemen Alarm. Unter den aktuellen Vergütungsstrukturen der Krankenkassen könnten Patienten nicht mehr angemessen versorgt werden, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Verbände.

Aktuell sollen bei einigen Krankenkassen mit einer Vergütung von unter 100 Euro das Produkt, die Dienstleistung und die Logistik abgegolten werden. „Damit ist den Kostenträgern die Versorgung ihrer chronisch kranken und schwerstpflegebedürftigen Versicherten weit weniger wert, als die von der Stiftung Warentest als mangelhaft bewerteten Discounter-Matratzen kosten“, kritisieren die Verbände. Besonders gravierend seien die Auswirkungen auf die Versorgungsqualität bei derzeitigen Ausschreibungen durch Krankenkassen.
Der Trend zu „Billigprodukten“ gefährde die Betroffenen und sorge für „teure Wunden“, die das Gesundheitssystem „hinten mehr belasten, als die Kassen vorne sparen“. Die Verbände definieren als Lösungsansatz zur Verbesserung der Patientenversorgung sieben Prozessschritte mit einzelnen Teilschritten, die bei
der Versorgung mit Anti-Dekubitus-Produkten beachtet werden müssten. Unter anderem ist vom Gesetzgeber vorgesehen, dass Krankenkassen bei Ausschreibungen zukünftig neben dem Preis auch mit mindestens 40 Prozent Qualitätsaspekte wie die Zugänglichkeit und den Kundendienst berücksichtigen müssen. Zusätzlich sollen Versicherte die Wahl zwischen mehreren aufzahlungsfreien Hilfsmitteln erhalten und das Hilfsmittelverzeichnis soll aktualisiert werden. „Ich bin mir sicher, dass es für die Patienten mit diesem Maßnahmenpaket zu spürbaren Verbesserungen in der Hilfsmittelversorgung, inklusive der Anti-Dekubitus-Versorgung, kommen wird.“, erklärt hingegen der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Erwin Rüddel.

Der Vorschlag zu den Prozessschritten kann unter https://www.bvmed.de/de/versorgung/hilfsmittel/dekubitus abgerufen werden.
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