16.07.2020

Herzinsuffizienz: Rechtzeitige Behandlung dank Telemonitoring

Würzburg – Herzinsuffizienz führt auf lange Sicht oft zu einer Klinikeinweisung. Telemonitoring könnte jedoch dabei helfen, bei einer Verschlechterung frühzeitig einzugreifen und damit einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Uniklinikums Würzburg, die im European Journal of Heart Failure erschien.

Herzinsuffizienz: Rechtzeitige Behandlung dank TelemonitoringFür die Studie erhielten insgesamt 234 Herzinsuffizienz-Patienten in 31 Zentren in Deutschland, Irland und den Niederlanden einen Sensor, mit dem sie über zwölf Monate hinweg täglich ihren Lungenblutdruck ermitteln sollten. Der Sensor wurde dafür in die Lungenarterie eingebracht. Den ermittelten Wert, der als Frühwarnzeichen für eine mögliche Verschlechterung gilt, sollten die Studienteilnehmer auf einer Website eintragen. Dort kontrollierte das Team um Studienleiterin Prof. Christiane Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) die Druckwerte täglich, um frühzeitig auf Warnsignale reagieren und die Therapie der Patienten – wenn nötig – anpassen zu können. Wie das Uniklinikum Würzburg mitteilt, seien Komplikationen beim Einsetzen oder ein Versagen des Sensors lediglich „in seltenen Ausnahmen“ aufgetreten. Lebensbedrohlich sei dies nicht gewesen.
Die Ergebnisse der Studie machen durchaus Hoffnung: Mithilfe des Monitorings sei es gelungen, die Hospitalisierungsrate der Patienten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 Prozent zu reduzieren, erläutert Angermann. Darüber hinaus sei die jährliche Sterblichkeit unter den Patienten mit weniger als 14 Prozent relativ niedrig gewesen. Bei mehr als 40 Prozent der Patienten stellten die Wissenschaftler zudem eine während des gesamten Untersuchungszeitraums anhaltende Verbesserung der Herzschwächesymptome fest. Mit einer Folgestudie prüft das DZHI im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses nun, ob das Monitoring-System Teil der Regelversorgung werden soll.
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