16.10.2020

Haut-Scanner für schwarzen Hautkrebs

Hannover/Rostock – Eine operationsfreie Methode zur Diagnostik von schwarzem Hautkrebs entwickeln die Leibniz Universität Hannover und die Universitätsmedizin Rostock.

Der schwarze Hautkrebs (kutanes Melanom) breitet sich immer weiter aus. Allein in Deutschland diagnostizieren Ärzte bei rund 25.000 Frauen und Männern diese gefährlichste aller Hautkrebsvarianten im Jahr, Tendenz steigend. Damit die Diagnose sicherer, schneller und kostengünstiger erfolgen kann, arbeitet ein Physikerteam der Leibniz Universität Hannover zusammen mit Medizinern der Universitäts-Hautklinik Rostock an einem neuen nicht-invasiven Diagnoseverfahren. Der geplante „Haut-Scanner“ soll einer Mitteilung zufolge sowohl die Gut- oder Bösartigkeit (Dignität) eines Leberflecks als auch die Eindringtiefe zuverlässig erkennen. Dafür werden drei optische Verfahren miteinander kombiniert: Die Optische Kohärenztomografie soll Aufschluss über die Beschaffenheit dünnerer Hautmale geben. Sie ist vergleichbar mit Ultraschall, nur dass Lichtwellen anstelle von Schallwellen verwendet werden. Mit der Optoakustik wird mit einem Laser eine Schallwelle im Gewebe erzeugt, um dickere Hautmale zu analysieren. Als drittes wird die Raman-Spektroskopie eingesetzt, bei der die Streuung von Licht durch die Haut ausgenutzt wird. Dadurch hinterlässt jeder Leberfleck einen „Fingerabdruck“, der seine Gut- oder Bösartigkeit zeigt.

Das Verfahren bietet laut der Universitäten gleich mehrere Vorteile: Die „optische Biopsie“ könnte künftig das Skalpell bei der Diagnose ersetzen und überflüssige Gewebeuntersuchungen einsparen. Da der Hautscanner mit künstlicher Intelligenz arbeitet, sollen die Untersuchungen künftig auch von nicht-medizinischem Personal vorgenommen werden können.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Erforschung der „optischen Biopsie“ mit rund 1,1 Millionen Euro und insgesamt drei Mitarbeiterstellen in Hannover und Rostock über eine Laufzeit von drei Jahren.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter