17.01.2017

Gleichstromstimulation hilft bei Depression

Darmstadt – Für Depressionen, Sucht und Muskelschmerzen bei Fibromyalgie gebe es Hinweise auf einen therapeutischen Effekt der transkraniellen Gleichstromstimulation. Zu diesem Schluss kommt ein europäisches Team aus Neurophysiologen nach einer Analyse der aktuellen Studienlage.

Inwieweit die Stromtherapie allerdings eine dauerhafte Besserung bringen kann, sei noch weitgehend ungeklärt. Zur Steigerung der Gehirnleistung bei gesunden Menschen eignet sich die Methode allerdings nicht. Im Gegenteil: Sie führe eher zu einer Verschlechterung.
Untersucht wurde die Anwendung bei Krankheitsbildern wie Sprach- und Bewegungsstörungen, Schmerzen, Alzheimer, Depression oder Sucht – also Erkrankungen, bei denen die Aktivität der Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal gestört ist. Anders als bei der Tiefen Hirnstimulation, bei der Chirurgen die Elektroden mit einer Operation dauerhaft ins Gehirn einsetzen, ist die Gleichstromstimulation nicht invasiv: Die Elektroden haften nur für die Dauer der Therapiesitzung auf der Kopfhaut. Sie leiten einen leichten Strom in die betroffenen Hirnregionen und können die Aktivität der Nervenzellen dort entweder stimulieren oder hemmen.
Eine messbare Wirksamkeit der Gleichstromstimulation zeigte sich nach sechswöchiger Anwendung bei Depression bei gleichzeitiger Behandlung mit Psychopharmaka. Auch bei Fibromyalgie – eine bestimmte Form von Muskelschmerzen – konnte die Hirnstimulation die Schmerzen lindern. Unklar ist jedoch, wie lang die Effekte anhalten. Auch muss weiter untersucht werden, wo die Elektroden am Kopf platziert werden müssen und welche Stromstärke optimal ist, um den größtmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen. Hier spielen bildgebende Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomografie eine wichtige Rolle, da sie anzeigen, welche Hirnregionen durch den Strom aktiviert werden.
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