21.02.2020

Gesundheits-Apps: Experte sieht „große Umbrüche“

Berlin – Kaum ist der Entwurf zur Rechtsverordnung für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) veröffentlicht, lädt der Bundesverband Medizintechnologie zum Digital-Talk ein. Der beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Health-Care-Berater Sebastian Lempfert denkt, dass die Prozesse für die Erstattungsfähigkeit der Gesundheits-Apps Mitte des Jahres stehen könnten.

Gesundheits-Apps: Experte sieht „große Umbrüche“Das ist im deutschen Gesundheitssystem dann schon Lichtgeschwindigkeit und zeigt deutlich den politischen Willen, mehr Tempo in die Digitalisierung zu bekommen", sagt er. Er meint, dass die Verordnung und das Digitale-Versorgung-Gesetz „relativ schnell zu großen Umbrüchen“ führen würden. Anbieter von digitalen Lösungen hätten nun zahlreiche Möglichkeiten der Markteinführung. Sie könnten etwa Venture Capital einwerben, eine Vergütung über einen Selektivvertrag mit einer Krankenkasse anstreben oder die Regelversorgung über die Verordnung beantragen. Mit der Aufnahme in das Register des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gehe aber die Exklusivität verloren.
Wie die App zum Patienten kommt, erläutert Detlef Chruscz von Tentaris. So könnten Ärzte und Krankenhäuser die Funktionalität verordnen. Möglich sei aber auch ein Angebot einer Krankenkasse oder die Eigenrecherche durch den Versicherten, der nach Kauf einer Anwendung die Rechnung bei seiner Kasse einreicht. Beim Abgabeprozess seien grundsätzlich zwei Wege möglich: Kostenerstattung, bei welcher der Versicherte in Vorleistung geht, oder Sachleistung, bei der die Kasse nach ärztlicher Verordnung die DiGA zur Verfügung stellt.
Prof. Thomas Zahn stellt das Health Reality Lab Network vor, das die Operationalisierung für eHealth-Produkte unterstützt. Ziel des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Netzwerks sei es, nachhaltige Geschäftsmodelle für Health-Start-ups durch ein Praxislabor mit Wirtschaftlichkeitsnachweis für Krankenkassen und Arbeitgeber zu ermöglichen sowie die DiGA mit Patientenakten und Versorgungsplattformen zu vernetzen.
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