24.11.2014

Gelenkersatz in Deutschland wird immer sicherer

Berlin – Ein neues Gelenk verbessert die Lebensqualität der Betroffenen erheblich: Über 90 Prozent aller Implantate halten länger als 15 Jahre. So sank in den vergangenen 20 Jahren die Rate der Prothesenwechsel am Hüftgelenk um die Hälfte. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) im Vorfeld ihres Jahreskongresses hin.

Der Gelenkersatz sei eine der erfolgreichsten chirurgischen Errungenschaften der Nachkriegszeit, betont DGOU-Präsident Prof. Dr. Henning Windhagen. Er erhalte Menschen bis ins hohe Alter mobil. Inwieweit der sehr gute Standard in der Endoprothetik durch neue Modelle weiter optimiert werden könne, sei jedoch umstritten. Endoprothesenregister, wie zum Beispiel das australische, belegten in den letzten zehn Jahren keine klaren Verbesserungen durch Neuentwicklungen. Solche Daten müssten allerdings sorgfältig interpretiert werden: Ob Probleme mit einer Gelenkprothese von einem Anwendungsfehler oder von einem Produktmangel kämen, ließe sich nicht immer leicht unterscheiden. „Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ist daher der richtige Weg, technische Innovationen in Zukunft systematisch zu beobachten und zu bewerten“, erläutert Windhagen. Das EPRD habe mittlerweile seine Arbeit aufgenommen und werde in Zukunft entsprechende Daten präsentieren.
Fortschritte in der Endoprothetik ließen sich heute vor allem durch verbesserte Struktur- und Prozessqualität erzielen, wie sie beispielsweise in den zertifizierten Endoprothetikzentren EndoCert umgesetzt werde, betont der DGOU-Präsident. Die seit 2010 existierenden Zentren seien ein weiterer Meilenstein in der Gelenkersatztherapie. 180 Kliniken hätten das Zertifikat bereits, weitere 450 Häuser strebten es gegenwärtig an, so Windhagen. „Kam es noch 2011 bei rund 2,25 Prozent der Patienten nach einer Hüftgelenksoperation zu einer Infektion, waren es 2013 bereits unter einem Prozent“, freut sich der Orthopäde von der Medizinischen Hochschule Hannover. „Mittlerweile ist das Ausland auf die deutschen Zentren aufmerksam geworden und informiert sich umfassend über EndoCert.“

Wie die Gelenkersatztherapie weiter verbessert werden kann, diskutierten Experten auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 28. bis 31. Oktober 2014 in Berlin.
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