22.05.2018

Fraunhofer-Institute starten Quantum-Imaging Projekt QUILT

Berlin – Einzelne Photonen und Quantenzustände gezielt präparieren, kontrollieren und für moderne Anwendungen etwa in der Medizintechnik nutzen – mit diesem Ziel starteten sechs Fraunhofer-Institute im Oktober 2017 das neue Leitprojekt QUILT (Quantum Methods for Advanced Imaging Solutions). Vor Kurzem fand in Berlin das Kick-off-Meeting statt.

Fraunhofer-Institute starten Quantum-Imaging Projekt QUILTSechs Fraunhofer-Institute bündeln im QUILT-Leitprojekt ihre wissenschaftliche Expertise und technologische Kompetenz auf dem Gebiet des Quantum-Imaging, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in marktnahe Anwendungen zu überführen. Entwickelt werden sollen robuste, vermarktungsfähige Photonen-Quellen für bildgebende Verfahren auf quantentechnologischer Basis. Denkbare Anwendungsgebiete sind die Medizin- oder Messtechnik, in denen damit neue Bereiche des elektromagnetischen Spektrums erschlossen und Grenzen der Bildgebung erweitert werden können. Die Projektpartner untersuchen noch weitgehend unerschlossene Wellenlängenbereiche und arbeiten eng mit weltweit renommierten Gruppen aus der Grundlagenforschung zusammen. QUILT startete mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren.
Aktuell wird eine SPDC-Quelle (spontaneous parametric downconversion) zur Erzeugung verschränkter Photonen entwickelt, für das spätere Quantum-Imaging aufgebaut und charakterisiert. Die Quelle soll eine Signalwelle erzeugen, die mit Siliziumtechnologie gut zu detektieren ist, und eine zweite Wellenlänge für die Wechselwirkung mit dem zu messenden Objekt. Die Eigenschaften einer solchen Quelle ergeben sich aus dem Design im Zusammenspiel mit geeigneten Material-, Geometrie- und Strahlparametern. Know-how zu parametrischen Prozessen und Materialien steckt bereits in anderen Strahlquellen, die am Fraunhofer ILT entwickelt wurden, etwa in Optisch Parametrischen Oszillatoren (OPO). Die bereits gut verstandenen Materialen sollen nun für neue Quantentechnologien als besonders dünne Kristalle designt werden, sodass nur wenige Photonen durch Absorption im Material verloren gehen. „Damit könnten später bessere Signal-zu-Rausch-Verhältnisse im Vergleich zu klassischen Messsituationen ermöglicht werden oder Anwendungen, bei denen hohe Intensitäten schädlich sind“, sagt Florian Elsen, Projektleiter für QUILT am Fraunhofer ILT.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter