16.12.2020

Forscher wollen MRT genauer, leiser und schneller machen

Bremen/Wachtberg – Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer-Institute für Digitale Medizin MEVIS und für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR wollen die Magnetresonanztomografie (MRT) genauer und für Patienten angenehmer gestalten. Eine Schlüsselrolle spielen dabei sogenannte Metamaterialien. Dabei handelt es sich um gedruckte Leiterplatten, deren Eigenschaften sich gezielt designen lassen.

Forscher wollen MRT genauer, leiser und schneller machenWährend der MRT-Untersuchung sollen die Metamaterial-Platten auf die zu untersuchende Körperstelle gelegt werden. Dort bündeln sie die vom Körper zurückgestrahlten Magnetfelder und erhöhen damit die Messempfindlichkeit. Laut Dr. Thomas Bertuch, Teamleiter am Fraunhofer FHR, ist auf diese Weise eine Verfünffachung des gemessenen Signals möglich. Auf den MRT-Bildern sind die Körper-Strukturen dadurch deutlich detailreicher zu erkennen.
Doch nicht nur die Genauigkeit der Messung, sondern auch die große Lautstärke während der Untersuchung treibt die Wissenschaftler um. Diese entstehe bei der Überlagerung des permanenten Magnetfeldes mit dem räumlich unterschiedlich starken Gradientenfeld, das benötigt wird, um zu bestimmen, welche Körperstelle welches Signal zurücksendet, teilt die Fraunhofer-Gesellschaft mit. „Das lauteste Geräusch erzeugt meist der Teil der Messung, bei dem die Bilder aufgenommen werden“, so Prof. Matthias Günther, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer MEVIS. Der Einsatz eines Arraysystems aus Metamaterialien macht die Schaltung eines zusätzlichen Magnetfeldes überflüssig – und verringert die Geräuschkulisse. Die Signale aus den Körperregionen treffen auf verschiedene Pixel in dem Arraysystem, wodurch sie direkt lokalisiert werden.
Diese Technologie könnte laut Fraunhofer-Gesellschaft nicht nur leiser, sondern auch schneller als die bisherige sein. „Nach theoretischen Berechnungen sollten wir durch unsere Technologie bis zu tausendmal schneller werden können – wie schnell genau es in der Praxis sein wird, müssen die Experimente noch zeigen“, so Günther.
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