21.08.2019

Forscher entwickeln neues Medizin-Messgerät

Rostock – Wissenschaftler der Universität Rostock und die Firma Bluepoint medical haben ein mobiles Messgerät entwickelt, das während einer Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz kommt. Der Fingeroxymeter misst kontinuierlich Puls und Sauerstoffsättigung des Patienten.

Auf den Finger des Patienten gesteckt misst der MRT-Fingeroxymeter die Sauerstoffsättigung und den Puls, während er in der „Röhre“ untersucht wird. Die Daten werden per Funk an den Arzt auf einen Monitor übertragen. Das Gerät ist vor allem für Risiko-Patienten gedacht, die nach einem Unfall oder in Narkose untersucht werden. „Damit wird es möglich, beim Patienten während der MRT-Untersuchung eine kontinuierliche Überwachung der Vitalfunktionen zu gewährleisten“, sagt Dr. Ulrich Timm vom Lehrstuhl für Technische Elektronik und Sensorik der Universität Rostock, der die Forschungsgruppe zum Fingeroxymeter leitet. Das Gerät sei günstiger und empfindlicher als bereits auf dem Markt erhältliche Produkte.

Zwei Jahre haben die Forscher an dem Messgerät getüftelt von der Idee bis zum Prototyp, bei dem eine innovative sensorische Lösung zum Einsatz kommt. Lehrstuhlinhaber Prof. Hartmut Ewald erklärt: „Es sind auch wichtige Fragestellungen zu beantworten, die mit der Medizingeräte-Zulassung nach den neuesten Normen und der Validierung des Verfahrens zusammenhängen.“ Eine technologische Herausforderung sei die Batterie für das Gerät gewesen. Sie dürfe keine ferromagnetischen Eigenschaften haben, da dies das MRT und die Bildgebung stören könne und somit den Patienten gefährde. Der Prototyp sei deshalb während Entwicklung regelmäßig in einem MRT unter realen Bedingungen getestet worden. Er funktioniere ohne Störung der Bildgebung, erklären die Forscher. Sie rechnen damit, dass das Gerät im dritten Quartal 2020 auf den Markt kommt.
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