21.02.2020

Flexible Roboter für die Pflege und Medizintechnik

Dresden – Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Dresden arbeiten an einer neuen Generation von Robotern, die auch in der Pflege und Medizintechnik eingesetzt werden sollen. Die Nachwuchsforschergruppe MEiTNER (Multifunctional Dielectric Electronics for Next Generation Soft Robotics) will dafür in den kommenden Jahren flexible Materialien, Fertigungsverfahren und komplexe bionische Robotersysteme entwickeln.

Flexible Roboter für die Pflege und Medizintechnik„Flexible Robotersysteme werden vollkommen neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen, die uns heute noch undenkbar erscheinen,“ meint Dr. Ernst-Friedrich Markus Henke, Gruppenleiter an der Professur für Mikrosysteme der TU Dresden. Diese Roboter sollten in der Lage sein, sich auf veränderte Bedingungen einzustellen. Bionische Roboter aus flexiblen Materialien könnten beispielsweise als Pflegeroboter fungieren oder mit ihren adaptiven, intelligenten Greifern schwere Arbeiten für und mit den Menschen erledigen. Auch der Einsatz in der Medizintechnik sei laut TU vorstellbar – zum Beispiel als intelligentes Prothesenteil oder flexible Medikamenten-Pumpe.

Um das zu erreichen, wollen die Forscher flexible elektronische Systeme aus sogenannten multifunktionalen dielektrischen Elastomeren, oft als „künstliche Muskeln“ bezeichnet, weiterentwickeln. Alle Komponenten würden ausschließlich aus Polymeren und elektrisch leitendem Kohlenstoff bestehen. Beim Design wollen sich die Wissenschaftler von der Natur inspirieren lassen und „bionische Roboter“ bauen – mit dem Ziel, die Akzeptanz der Maschinen im täglichen Leben zu erhöhen.

MEiTNER kooperiert mit der University of Auckland (Neuseeland). Die wissenschaftlichen Ergebnisse sollen zusammen mit dem deutsch-neuseeländischen Start-up PowerOn verwertet werden und so schnellstmöglich kommerzielle Anwendung finden.

Gefördert werden die Dresdner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei Millionen Euro.
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