21.09.2018

Flexible Fertigungstechnologie für Einwegwerkzeuge

Aachen – Das EU-Forschungsprojekt Openmind hat sich der Entwicklung minimalinvasiver Medizinprodukte aus faserverstärktem Kunststoff (FVK) verschrieben. Drei der insgesamt neun Partner kommen aus Deutschland.

Die Produkte eignen sich sowohl für den Einsatz im Röntgengerät und im Computertomographen als auch für diagnostische Untersuchungen und sogar Operationen zur Therapie im Magnetresonanztomographen, teilt einer der Projektpartner, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), mit. Bei den anderen deutschen Beteiligten handelt es sich um die Firmen Nano4imaging und Tamponcolor. Openmind will eine flexible Fertigungstechnologie für Einwegwerkzeuge entwickeln.
Die Fertigungskette sei laut IPT so angelegt, dass sich der laufende Prozess selbstständig weiter verbessert. Alle Prozessdaten, die während der Herstellung gewonnen werden, werden anhand von lernenden Data-Mining-Algorithmen analysiert und ausgewertet. So lassen sich Prozessdaten für zukünftige Produktkonfigurationen leichter vorhersagen. Die Dauer der Produktentwicklung und -herstellung könne sich bis zu 50 Prozent verkürzen.
Die Beteiligten rechnen mit einer finanziellen Entlastung des Gesundheitswesens. „Die moderne Medizin profitiert durch die sogenannten Schlüssellochoperationen, die die Genesungsdauer der Patienten deutlich verkürzen und Komplikationen verringern“, teilt das IPT mit.

Die Fertigungskette für die neuen medizinischen Instrumente aus FVK setzt auf den Prozess des Mikro-Pullwinding, eine Kombination des Pultrusions- und Wickelverfahrens zur kontinuierlichen Herstellung miniaturisierter Profile, das sich für kleine Stückzahlen bis hin zur Unikatfertigung eignet. So lassen sich Festigkeit und Biegsamkeit der Produkte je nach Orientierung der eingesetzten Fasern anpassen.

Beim ersten Openmind-Produkt handelt es sich um einen Führungsdraht für Katheteranwendungen, wie sie häufig bei Eingriffen am Herzen genutzt werden.
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