18.09.2019

Erster Digital-Talk: BVMed diskutiert über DVG

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in Berlin seinen ersten Digital-Talk veranstaltet. Zur Premiere beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem geplanten Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG).

Der Titel der Veranstaltung lautet „Digitale Medizinprodukte in der Gesundheitsversorgung – Schicksalsjahr 2020?“ Der BVMed sieht im DVG gute Ansätze, um einen zügigen Zugang zu digitalen Lösungen zu gewährleisten. Er schlägt aber beim Geltungsbereich und der Unterstützung telemedizinischer Lösungen weitergehende Regelungen, insbesondere eine Ausweitung auf die Medizinprodukte-Klassen IIb und III vor, so Verbands-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Prof. Jörg Debatin, Leiter des neuen Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums, hält die Begrenzung auf die Klassen I und IIa für vertretbar. Wenn sich der Ansatz bewähre, kann er sich aber eine Ausweitung vorstellen.
Medizinprodukte-Industrievertreter fordern ebenfalls eine Ausweitung des Geltungsbereichs über die Klassen I und IIa hinaus. Denn eine Vielzahl von digitalen Gesundheitsanwendungen mit Medizinprodukten seien nach dem Hauptprodukt „Implantat“ höheren Klassen zuzuordnen. Dies betreffe beispielsweise Software oder Apps, die Informationen eines anderen Medizinprodukts aufbereiten und so den Arzt oder den Patienten über die Parameter eines Herzschrittmachers oder einer Insulinpumpe informieren. Die App wäre, wie der Herzschrittmacher, der Klasse III zuzuordnen und somit nicht vom Versorgungsanspruch umfasst. Und dies, obwohl die hiermit verfügbar gemachten Funktionen „ähnlich einem Tagebuch der Auswertung der Versorgung dienen und geeignet sind, Komplikationen in der Versorgung aufzudecken oder die Compliance des Patienten zu erhöhen“, sagen die Branchen-Vertreter.
Der Berater, Rechtsanwalt und Allgemeinmediziner Prof. Christian Dierks beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den digitalen Gesundheitsanwendungen. Er hält es für gerechtfertigt, wenn sie in „Fast Track“-Verfahren am Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorbei eingeführt würden.
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