17.10.2016

Ernüchternde Erfahrungen mit der Erprobungsregelung

Berlin – Die Erprobungsregelung für Medizintechnologien, die vor drei Jahren eingeführte wurde, habe das vom Gesetzgeber anvisierte Ziel eines schnelleren Innovationszugangs im ambulanten Bereich nicht erreicht. Dieses Fazit ziehen die Experten auf der vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisierten Veranstaltung „Die Versorgung mit Medizinprodukten“.

Das Verfahren sei „zu langwierig und bürokratisch, als dass es den Innovationszyklen in der MedTech-Branche gerecht wird“, kritisiert Prof. Dr. Thomas Kersting vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES Institut). In den letzten drei Jahren sei keine einzige Erprobungsstudie auf den Weg gebracht worden. Das findet auch Dr. Matthias Perleth vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) „ernüchternd“. Das Verfahren nun in eine systematische Nutzenbewertung von neuen Methoden mit Medizinprodukten hoher Klasse zu überführen, berge die Gefahr, „dass medizintechnische Innovationen nur noch langsam beziehungsweise verzögert in die deutsche Versorgungslandschaft gelangen“, so Kersting. Dr. Meinrad Lugan , BVMed-Vorstandsvorsitzender, fragt sich hingegen, wie Start-up-Unternehmen einen solchen Bewertungsprozess überleben sollen. Alle Beteiligten müssten sich die Frage stellen: „Wollen wir Innovationen oder nicht?“
Ein weiteres Thema war die derzeit diskutierte Hilfsmittelreform. „Die Überarbeitung des Hilfsmittelverzeichnisses ist der Schlüssel für die Qualität der Hilfsmittelversorgung“, so Rechtsanwältin Nathalja Charlamenko von der Kanzlei Osborne Clarke.
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