25.07.2016

Endoprothesenregister würde Wechsel-OPs ersparen

Freiburg – Pro Jahr bliebe schätzungsweise 10.000 Menschen mit künstlichem Knie- oder Hüftgelenk eine Wechsel-Operation erspart, wenn es in Deutschland ein verpflichtendes Endoprothesenregister gäbe. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit.

Auch die Krankenkassen würden etwa 100 Millionen Euro einsparen, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht. In Deutschland werden pro Jahr rund 400.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt. Die kumulierte Revisionsrate liege bei 13 Prozent. Gelänge es, sie mithilfe eines Endoprothesenregisters auf zehn Prozent zu senken, entspräche dies pro Jahr rund 10.000 Wechsel-Operationen weniger, so die AE. Bislang beteilige sich allerdings nur etwa 50 Prozent der infrage kommenden Kliniken am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) – die Teilnahme ist freiwillig. Die AE fordert seit Langem, dass die Kliniken verpflichtet werden sollen, bei der Datenbank mitzumachen.
Im EPRD werden zum einen Daten der Patienten wie Alter, Begleiterkrankungen, Voroperationen und operierende Klinik erhoben. Zum anderen werden Informationen zu den eingesetzten Prothesen sowie zur Implantationstechnik eingespeist. Die Kliniken erhalten ein jährliches Feedback, erfahren also auch, wie viele ihrer früheren Patienten sich einer Wechsel-Operation unterziehen mussten und ob die Rate in anderen Krankenhäusern, die womöglich andere Implantate oder Techniken verwenden, besser oder schlechter ist.
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