21.08.2018

Ein Trio für heile Haut

Gießen/Marburg – Es bekämpft Neurodermitis, arbeitet mit UV-Licht, ist leicht und eignet sich für den Hausgebrauch. Ein solches Gerät entwickeln zurzeit die Technische Hochschule Mittelhessen (THM), die Philipps-Universität Marburg und die Gesellschaft für Medizintechnik (GfM) aus Groß-Gerau.

Ein Trio für heile Haut„Wir arbeiten an einem Gerätetyp, der leicht und flexibel, aber zugleich auch sicher handhabbar ist, sodass er zuhause eingesetzt und sogar mit wirkstoffhaltigen Gelen kombiniert werden kann. Es entsteht eine gezielte anwendungsorientierte Innovation durch die Zusammenarbeit von Industrie und Forschungseinrichtungen in Hessen“, erläutert Dr. Christina Zinecker aus der Abteilung Forschung und Transfer der THM. Der Forschungsverbund will so eine Alternative zur derzeitigen Therapiemethode mit UV-Licht liefern. Denn das jetzige Verfahren sei „für Arzt und Patient mit großem zeitlichem und persönlichem Aufwand verbunden, da die Anwendungen in der Regel stationär in der Klinik stattfinden müssen.“
An der THM werden die LED-Lichtquellen mit unterschiedlicher Wellenlänge und Bestrahlungsintensität zunächst auf Hautverträglichkeit getestet. Außerdem entwickelt die Arbeitsgruppe Biopharmazeutische Technologie ein Gel, das durch optimierten Transport eines Wirkstoffs in die betroffenen Hautpartien die Lichttherapie unterstützt. „Diese Substanz, eine Vorstufe des Vitamins D, soll als Prodrug verabreicht werden, die durch das UV-Licht aktiviert wird“, teilt die Pressestelle der THM mit.
An dieser Stelle kommt das Klinikum der Philipps-Universität ins Spiel. Dort finden die laborexperimentellen Versuche und präklinischen Tests statt, „um Rückschlüsse auf die therapeutische Wirksamkeit ziehen zu können. Dabei wird unter anderem geprüft, ob das Prodrug ausreichend tief in die behandelten Hautareale eindringt und dort von der neu entwickelten Bestrahlungseinheit umgewandelt werden kann, um entzündungshemmende Effekte zu erzielen.“
Die GfM schließlich konstruiert die Gerätebasis, das Gehäuse sowie ein Programm für die Bedienfunktionen. Außerdem kümmere sie sich im Nachgang um die Vermarktung, heißt es von Seiten der THM.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund 190.000 Euro gefördert.
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