20.12.2016

Deutsche Hochdruckliga plant Zertifizierung von Apps

Heidelberg – Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) plant eine Zertifizierung von Apps. Sie soll den Patienten und Ärzten eine Orientierungshilfe geben und dem derzeitigen Wildwuchs bei den digitalen Gesundheitshelfern entgegen wirken.

Bei Apps mit Messfunktion sei große Vorsicht geboten, erklärt Mark Grabfelder, Geschäftsführer der DHL. Diese müssten als Medizinprodukt deklariert werden. Auch bei Wearables, die zum Beispiel den Belastungspuls oder die Herzratenvariabilität messen, sollte auf eine Deklaration als Medizinprodukt geachtet werden. Für die Blutdruckselbstmessung sollte ein klassisches Blutdruckmessgerät für das Handgelenk oder den Oberarm eingesetzt werden. Bei vielen ist bereits eine drahtlose Übertragung auf das Smartphone zur Datenspeicherung möglich. Blutdruckmessgeräte sollten zudem von unabhängiger Stelle validiert sein. Das garantiere die Messgenauigkeit unter Praxisbedingungen.
Der Fachverband plant deshalb ein Zertifizierungsverfahren für Gesundheits-Apps. „Wir möchten die Chancen nutzen, die die Apps zur Kontrolle des Blutdrucks und bei der Einnahme der Medikamente bieten“, sagt Grabfelder.
Zur Prüfung der einzelnen Apps hat die DHL ein sogenanntes Kleeblattmodell konzipiert. Dabei werden die Apps jeweils von einer ausreichend großen Zahl von Betroffenen, einem Facharzt, einem Datenschützer und einem Medizinanwalt geprüft.
Die Apps müssen laut DHL auf aktuellen medizinischen Leitlinien basieren, die Inhalte müssen wenn notwendig aktualisiert werden. „Die Apps müssen neutral und transparent sein und der Anbieter muss in einem Impressum genannt werden“, fordert Grabfelder. „Die Produktbeschreibung soll verständlich sein und die beworbenen Eigenschaften müssen auch erfüllt werden.“ Zu den Voraussetzungen gehört auch, dass das deutsche Datenschutzrecht angewandt und die Daten nur in Deutschland gespeichert werden.
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