27.05.2013

Chronische Wunden: bessere Heilung durch hydroaktive Auflagen

Berlin – „Die Abheilungschance bei feuchten Wundauflagen ist im Schnitt 52 Prozent besser als beim Einsatz konventioneller Verbandmittel.“ So lautet das Fazit einer neuen Studie, die Prof. Dr. Matthias Augustin vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf auf der Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft vorstellte

Chronische Wunden: bessere Heilung durch hydroaktive AuflagenInstitutsdirektor Augustin und Kristina Heyer, wissenschaftliche Projektleiterin, präsentierten Anfang Mai die Ergebnisse einer Metaanalyse. Diese umfasst 170 publizierte Studien zu Patienten mit chronischen Wunden jeder Art, bei denen eine moderne Wundbehandlung angewendet wurde. Neben kontrollierten klinischen Studien wurden kontrollierte und weitere Beobachtungsstudien wie Fallberichte berücksichtigt. Mithilfe gängiger metaanalytischer Methoden bestimmten Augustin und Heyer unter Mitarbeit von Kollegen eine um 52 Prozent höhere Effektivität moderner gegenüber konventionellen Wundauflagen.
„Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass hydroaktive Wundauflagen als Produktklasse in der Therapie chronischer Wunden den konventionellen Wundauflagen hinsichtlich Abheilungschance überlegen sind“, so Augustin. „Im Gegensatz zu den bisherigen Übersichtsarbeiten zur Effektivität moderner Wundbehandlung wurde in dieser Metaanalyse ein wesentlich umfangreicherer Studienpool berücksichtigt“, ergänzt Heyer. „Somit konnte erstmals näherungsweise auf die gesamte publizierte Evidenz zur Effektivität der modernen Wundtherapie ungefiltert zurückgegriffen werden.“
Daniela Piossek, Referatsleiterin Krankenversicherung beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), hofft, dass die Barrieren, die einer besseren Versorgung chronischer Wunden teilweise noch im Wege stehen, weiter ausgeräumt werden. „Weniger Verbandswechsel durch verbessertes Exsudatmanagement, schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen beim Verbandswechsel – mit modernen Wundversorgungsprodukten kann die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden“, so Piossek.
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Wunden. Die Behandlungskosten belaufen sich pro Jahr auf insgesamt 4 bis 5 Milliarden Euro.
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