23.11.2015

Charité implantiert Kardiokapsel

Berlin – Herzspezialisten der Charité haben eine Kardiokapsel implantiert. Nach Angaben des Universitätsklinikums handelt es sich um den kleinsten Herzschrittmacher der Welt.

Herzschrittmacher verhelfen Patienten mit einem verlangsamten Herzschlag zum richtigen Takt und einer Steigerung der Lebensqualität. Der Schrittmacher soll die herzbedingte Bewusstlosigkeit, Schwindelattacken und Schwächegefühle verhindern. Mit der Kardiokapsel hat sich die Technologie weiter verfeinert: Die Kapsel ist kabellos und weniger als ein Zehntel so groß wie ein gängiger Herzschrittmacher. Aufgrund der geringen Größe kann sie mittels eines Katheters über die Leiste direkt ins Herz eingebracht werden. Der minimalinvasive Eingriff dauert insgesamt laut Charité 30 bis 40 Minuten. Die Lebensdauer der Batterie soll rund zehn Jahre betragen. Eine Untersuchung mit einem Magnetresonanztomographen soll mit dem Implantat für die Patienten jederzeit ohne Einschränkungen möglich sein, heißt es. Die Kardiokapsel ist laut Klinikum insbesondere zur Behandlung von Patienten geeignet, die an einer Bradykardie, also einem verlangsamten Herzschlag, leiden und von einer Stimulation in der rechten Herzkammer profitieren. Auch für Patienten mit Gefäßveränderungen, für die eine herkömmliche Herzschrittmacher-Operation nicht in Frage kommt, kann die Kapsel nach Angaben der Charité eine Alternative sein. Der Eingriff soll im Vergleich zu einer herkömmlichen Schrittmacher-Operation schonender für den Patienten sein und keine sichtbare Narbe im Brustbereich hinterlassen.
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