17.10.2016

BVMed-Herbstumfrage: MedTech-Branche wächst im Ausland stärker

Berlin – Die Medizintechnik-Branche wächst im Exportgeschäft deutlich stärker als in Deutschland. Die Umsatzsteigerung beträgt weltweit rund 6 Prozent, im Inland ist es dagegen mit 4 Prozent leicht rückläufig. Das geht aus der Herbstumfrage 2016 des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hervor, an der sich über 80 internationale Unternehmen beteiligt haben.

Zwei Drittel der Unternehmen haben in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. „Um die Innovationskraft der MedTech-Branche zu erhalten, müssen wir unsere Erstattungs- und Bewertungssysteme an die Dynamik der Technologien anpassen, damit die Patienten auch in Zukunft ohne Verzögerungen am medizinischen Fortschritt teilhaben können“, so Dr. Meinrad Lugan, BVMed-Vorstandsvorsitzender, bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Die unterschiedliche Entwicklung spiegle sich auch beim Ausblick auf das kommende Jahr wider. Für den deutschen Markt erwarten nur 26 Prozent eine bessere Geschäftslage. 20 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Etwas besser sieht es beim Blick auf die weltweite Geschäftslage aus: 51 Prozent der Unternehmen rechnen hier mit einer besseren Entwicklung.
Die zunehmenden regulatorischen Hemmnisse durch langsame Entscheidungsprozesse in Deutschland und zusätzliche Anforderungen durch die europäische Medizinprodukte-Verordnung sind Lugan zufolge vor allem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen eine große Belastung. Zu den weiteren Hemmnissen aus nationalen Regelungen gehörten die Absenkung sachkostenintensiver DRG-Fallpauschalen und die neue MedTech-Nutzenbewertung nach § 137h SGB V. Lugan bemängelt vor allem das niedrige Niveau der Erstattungspreise in Deutschland. Auch 60 Prozent der BVMed-Unternehmen bezeichnen es als „eher schlecht“ bzw. „sehr schlecht“. Nur 16 Prozent der befragten Unternehmen sehen das Erstattungsniveau in Deutschland als „gut“ an.
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