16.10.2020

BVMed-Herbstumfrage: 57 Prozent erwarten Umsatzrückgang

Berlin – Die Covid-19-Pandemie und die damit einhergehende Einstellung nicht notwendiger OPs haben die Medizintechnologie-Branche hart getroffen. Das zeigt sich in der Herbstumfrage des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed).

BVMed-Herbstumfrage: 57 Prozent erwarten Umsatzrückgang57 Prozent der MedTech-Unternehmen gehen demnach von einem Umsatzrückgang in diesem Jahr aus. Das erwartete Minus liegt bei 2,1 Prozent. 18 Prozent der Unternehmen haben Personal abgebaut, 27 Prozent dagegen Arbeitsplätze geschaffen und bei 55 Prozent blieb die Personalsituation unverändert. Als wichtigste gesundheitspolitische Forderung sehen 56 Prozent die Vereinfachung der Neuzertifizierung von Altprodukten.

Einige Unternehmen hätten durch die Pandemie Umsatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent zu verzeichnen, sagt BVMed-Vorstandsvorsitzender Dr. Meinrad Lugan. Staatliche Überbrückungshilfen gebe es aber erst ab 60 Prozent Umsatzrückgang. Die Exportbeschränkungen seien ebenfalls ein Fehler gewesen. Allerdings hätte es auch einige Verbesserungen bei den regulatorischen Bedingungen gegeben. Erleichterungen für die Wirtschaft, die sich bewährt haben – zum Beispiel im Bereich der Telemedizin – sollten auch nach der Pandemie bestehen bleiben

Die ersten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) stehen in den Startlöchern und das Fast-Track-Verfahren läuft auf Hochtouren, wie Natalie Gladkov vom BVMed-Referat Digitale Medizinprodukte berichtet. Bisher habe das zuständige Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über 70 Beratungsgespräche geführt, 25 potenzielle DiGA befänden sich derzeit im Antragsverfahren.

Wegen des Brexits setzt Großbritannien zum Januar die Verwendung der CE-Zertifizierung aus und führt stattdessen eine eigene CA-Zertifizierung ein. „Das ist genau das Gegenteil von dem, was für Patienten und Ärzte sinnvoll ist“, sagt Lugan. Dadurch werde ein komplettes Parallelsystem geschaffen und der freie Warenverkehr eingeschränkt.
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