26.01.2015

BVMed fordert Debatte über Umgang mit medizintechnischem Fortschritt

Berlin (pag) – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) will sich 2015 für eine gemeinsame Qualitätsoffensive von Krankenkassen, Kliniken, Ärzten und Unternehmen einsetzen. Ziel sei es, die Patientenversorgung weiter zu verbessern und Abläufe im Gesundheitssystem zu optimieren.

„Ein gutes Beispiel dafür ist das Endoprothesenregister, an dem Fachgesellschaft, Krankenkassenverbände und Industrie gemeinsam mitwirken“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Der BVMed setze sich zudem für eine breite gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit dem medizintechnischen Fortschritt und die Bedeutung eines zeitnahen Zugangs zu innovativen Medizintechnologien für die Patienten ein.
Die Bundesregierung habe mit dem ressortübergreifenden „Strategieprozess Medizintechnik“ die Weichen richtig gestellt, um den Innovationstransfer weiter zu verbessern. Positive Ansätze sieht der BVMed auch im Innovationsfonds zur Förderung sektorübergreifender Versorgungsformen und für die Versorgungsforschung.
Diskussionsbedarf hingegen macht der Verband vor allem beim Thema Nutzenbewertung aus. Nutzenbewertung von Medizintechnologien sei aus Sicht der MedTech-Unternehmen richtig und wichtig. „Der BVMed setzt sich aber für eine sachgerechte Nutzenbewertung ein, die ein differenziertes Vorgehen bei Medizinprodukten nach Risiko und Modifikationsgrad vorsieht“, so der BVMed. Eine neue gesetzliche Regelung müsse den schnellen und flächendeckenden Zugang zu Innovationen unter Beibehaltung der Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt im stationären Sektor sicherstellen.
Wichtig sei dem Verband zufolge zudem, die nationale Gesetzgebung mit der Diskussion um die neue europäische Medizinprodukte-Verordnung zu koordinieren. Dazu der BVMed: „Wir unterstützen, dass die Bundesregierung eine europaweite zentrale Zulassung von Medizinprodukten ablehnt. Denn es gibt keine Hinweise darauf, dass staatliche Behörden per se für die Produktzulassung besser geeignet wären als die Benannten Stellen.“ Bestehende Probleme könnten und müssten innerhalb des Systems gelöst werden.
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