21.01.2019

BVMed: Auch nicht-ärztliche Leistungserbringer sollen MVZ gründen

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat im Vorfeld der Anhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz diverse Änderungsvorschläge gemacht. Unter anderem plädiert er dafür, dass auch Erbringer nicht-ärztlicher Dialyseleistungen fachbezogene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen dürfen.

Die geplante Neuregelung des § 95 SGB V habe negativen Einfluss auf die medizinische Versorgung nephrologischer Patienten, meint der Verband. Niereninsuffiziente Menschen hätten einen sehr komplexen Versorgungsbedarf, der über die eigentliche Dialyse hinausgehe. Deshalb sollte den Erbringern nicht-ärztlicher Dialyseleistungen nach § 126 Absatz 3 SGB V die Gründung fachbezogener MVZ ermöglicht werden, mit der Maßgabe, dass alle mit dem Versorgungsbedarf der Dialyseempfänger zusammenhängenden hausärztlichen und fachärztlich internistischen Leistungen als fachbezogen anzusehen seien.

Ferner sollen medizintechnische Verfahren, die zunehmend im ambulanten Bereich erbracht werden können, schneller in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen werden. „Krankenkassen verweigern beispielsweise bei Ereignisrekordern zum Monitoring des Herzrhythmus von Risikopatienten die stationäre Vergütung, da die Leistung ambulant erbracht werden kann“, argumentiert der BVMed. Eine ambulante Vergütung liege aber noch nicht vor. Die überlangen Verfahrenszeiten zur Aufnahme in den EBM führten somit zu Versorgungslücken bei den Patienten. „In solchen Fällen sollte die Methodenbewertung für den ambulanten Bereich entfallen, wenn das Verfahren bereits im stationären Bereich etabliert ist", fordert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Außerdem sollte bei der Weiterentwicklung des EBM der medizintechnische Fortschritt grundsätzlich stärker berücksichtigt werden.
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