17.12.2015

Bluthochdruck-Patienten profitieren von Telemedizin

Heidelberg – Internationale Studien zeigen, dass der Blutdruck von telemedizinisch versorgten Patienten besser eingestellt ist als bei Patienten unter Standardbetreuung. Deswegen muss die Telemedizin in der Regelversorgung verankert werden, fordert die Kommission Telemedizin der Deutschen Hochdruckliga (DHL).

Bluthochdruck-Patienten profitieren von Telemedizin„Die Zeit ist längst reif dafür“, sagt Prof. Dr. Martin Middeke, Mitglied der im November gegründeten DHL-Telemedizin-Kommission. Schon die automatische Weitergabe des zu Hause gemessenen Blutdrucks, von Körpergewicht und Schrittzählerdaten verbessere die Behandlungsqualität und deren Erfolg. Der Arzt sehe sich die Werte regelmäßig an. Wenn sie bestimmte Grenzen erreichen, könne er entsprechend reagieren. Die Therapie steuere der Arzt über verschiedene sichere Kommunikationskanäle, erläutert der Münchner Internist weiter. Insbesondere bei Patienten, die weit entfernt von der nächsten Arztpraxis leben, helfe die Technik. Aber auch bei Risikogruppen ermögliche sie die nötige engmaschige Kontrolle: etwa bei Bluthochdruckkranken mit schwer einstellbarer Hypertonie, nach einer komplexen Medikamentenumstellung oder bei anderen therapeutischen Problemen. Der zusätzliche Einsatz der Telewaage sei besonders geeignet für Patienten mit Übergewicht und Adipositas, mit Diabetes mellitus Typ 2 oder einer chronischen Herzinsuffizienz. Damit Patienten von den modernen Techniken profitieren könnten, müsse die Politik endlich die entsprechenden regulatorischen Weichen in Richtung Telemedizin und E-Health stellen, so Middeke.
Studien zufolge ließen sich rund 50 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle durch eine rechtzeitige und wirksame Behandlung des Bluthochdrucks verhindern.
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