22.03.2019

Beschichtungen sollen Entzündungen durch Hüftprothesen verringern

Aachen – Ein internationales Forschungskonsortium will durch eine Innovation aseptische Entzündungen durch Hüftprothesen verhindern und die dadurch verkürzte Lebensdauer des Gelenks verlängern. Die Leitung hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) aus Aachen. Involviert bei dem Projekt namens EVRO sind elf Akteure aus vier Ländern.

Die Forscher entwickeln biologisch aktive Beschichtungen für die Hüftrevisionsendprothese. Diese sollen in der Lage sein, Entzündungen an der Oberfläche der Endoprothese zu kontrollieren und die Knochenregeneration zu fördern, teilt das IPT mit. Die EVPRO-Beschichtung kombiniere ein neues bioaktives, adaptives, nano-funktionalisiertes und abbaubares Biomaterial mit extrazellulären Vesikeln, das in eine beständige knocheninstruktive, mikro- und nanoporöse TiO2-Oberfläche integriert sei. Diese Beschichtungen würden an der Schnittstelle zwischen Implantat und entzündetem Gewebe eingebracht, um Entzündungen wahrzunehmen und selbstregulierend zu modulieren. Darüber hinaus könnten knochenbildende Zellen, sogenannte Osteoblasten, in die Beschichtung migrieren und einwachsen und so die Verbindung des Implantats mit dem Knochen stärken. „Dies verbessert nicht nur die Heilung, sondern verlängert auch die Gesamtlebensdauer des Implantats“, sagt das IPT.
Dr. Jochen Salber von der Chirurgischen Klinik des UMC Knappschaftskrankenhauses Bochum glaubt, dass die EVPRO-Technologie das Potenzial habe, die Medinzintechnik in der Implantologie zu revolutionieren: „Denn sie kann die Therapie von Patienten mit aseptischer Lockerung der Endoprothese deutlich verbessern. Darüber hinaus könnten auch andere klinische Bereiche mit hohen Entzündungsraten von den Projektergebnissen stark profitieren.“
Das EVPRO-Projekt wird von der Europäischen Union im Programm Horizon 2020 mit insgesamt 5,8 Millionen Euro gefördert.
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