18.08.2015

ASB fordert, Defikopter in Rettungsdienst einzubinden

Köln (pag) – Defikopter – Drohnen mit Defibrillatoren – sollten schnellstmöglich bundesweit in das deutsche Rettungssystem eingebunden werden. Das fordern Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der gemeinnützige Verein Definetz.

ASB fordert, Defikopter in Rettungsdienst einzubinden„In den meisten Städten gibt es sogenannte Defibrillatoren für die Laienreanimation. Sie sind einfach anzuwenden und können im Notfall Leben retten“, betont Heiko Werner, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz beim ASB-Bundesverband. Auf dem Land suche man danach vergebens. Dort könnten Drohnen zu fliegenden Lebensrettern werden. Ausgestattet mit einem Defibrillator, kurz Defi, fliegen sie über Wälder, Flüsse oder Stauseen zu ihrem Bestimmungsort. Der Flug wird von einer Rettungsleitstelle am Bildschirm überwacht. Am Unfallort angekommen, wird der Defi abgeworfen und kann sofort eingesetzt werden. Die Fluggeräte sind ASB und Definetz zufolge technisch so weit ausgereift, dass sie kurzfristig in Serie gehen könnten. Trotzdem dürfen sie derzeit nicht eingesetzt werden. Zunächst müssten die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, erklärt Friedrich Nölle von Definetz. Solange es keine Flugerlaubnis für vollautomatische Flüge von Drohnen und keine entsprechende Abwurfgenehmigung gebe, blieben ländliche Gebiete ohne ausreichende Defibrillatoren. „Angesichts der großen Zahl von Menschen, die jedes Jahr an einem Herzstillstand sterben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden, appellieren wir an den Gesetzgeber, diese schnelle Hilfe zu ermöglichen“, so Nölle.
In Deutschland erleiden nach Angaben des ASB jährlich mehr als 60.000 Menschen einen Herzstillstand. 80 bis 90 Prozent überleben diesen nicht, weil ihnen gar nicht oder nicht schnell genug geholfen werden kann, so der ASB.

ASB und Definetz haben einen Kurzfilm erstellt, der die Versorgung eines Herzstillstand-Patienten mithilfe eines Defikopters zeigt. https://youtu.be/kkZ1Gpd2Lfs
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