22.05.2019

Aortenklappenersatz: DGK erkennt neuen „Goldstandard“

Mannheim – Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) spricht sich für den minimalinvasiven, kathetergestützten Aortenklappenersatz aus. Nach Studien sei er dem chirurgischen Verfahren überlegen.

Aortenklappenersatz: DGK erkennt neuen „Goldstandard“„Es haben sich in den letzten Wochen dramatische Änderungen der Datenlage ergeben. Ein alter Goldstandard gerät ins Wanken und wird durch eine neue Therapie ersetzt“, stellt Prof. Helge Möllmann, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (AGIK) der DGK, fest. Er bezieht sich dabei auf die in den USA erschienene PARTNER 3-Studie. Sie vergleicht den kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) mit der chirurgischen Implantation neuer Aortenklappen (AKE). Bei dem interventionellen TAVI-Verfahren wird eine Klappenprothese per Katheter über die Leistenarterie der Patienten direkt ins Herz eingebracht und entfaltet. Eine Operation am offenen Brustkorb ist damit nicht mehr nötig. Die Studie zeige eine statistisch deutliche Überlegenheit der TAVI-Methode gegenüber dem chirurgischen Verfahren, teilt die DGK mit. Nach zwölf Monaten seien 15,1 Prozent der chirurgisch behandelten Patienten verstorben, hätten einen Schlaganfall erlitten oder seien wegen Komplikationen erneut stationär behandelt worden. Bei TAVI seien es lediglich 8,5 Prozent der Patienten. Allerdings werde die Haltbarkeit der bei TAVI eingesetzten Prothesen immer wieder infrage gestellt. Angeblich fehlten Langzeitdaten. Prof. Möllmann berichtet, dass Daten vorliegen, die zeigten, dass es in den ersten sieben Jahren nach der Implantation keine Anzeichen für Degenerationen bei den TAVI-Klappen gebe. „Im Gegenteil: Kürzlich publizierte Daten weisen zumindest für die ersten sechs Jahre statistisch deutlich signifikante Vorteile für die TAVI-Klappen aus“, so Möllmann.
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