27.04.2015

Anti-Dekubitus-Systeme: BVMed legt Qualitätsstandards vor

Berlin (pag) – Das Dekubitus Forum (DF) des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hat Vorschläge für Qualitätsstandards in der Versorgung mit Anti-Dekubitus-Systemen formuliert. Bei den Grundsätzen geht es sowohl um die Prozess- als auch die Ergebnisqualität.

Anti-Dekubitus-Systeme: BVMed legt Qualitätsstandards vorDas DF-Papier stellt Grundsätze für Verordnungsprüfung, Versorgung und Administration auf, wie eine Leistungserbringung nach Ansicht des DF auszusehen hat. Zu den Anforderungen gehört, dass die Versorgung innerhalb von 24 Stunden und die Betreuung durch eine qualifizierte Fachkraft erfolgen müssen. Zudem ist bei aktiven Anti-Dekubitus-Systemen ein 24-Stunden-Notdienst vonnöten.
Zu den Versorgungsschritten gehören, dass Risiken über den Erhebungsbogen eingeschätzt, Ziele definiert und der Bedarf anhand des Dekubitusrisikos ermittelt und dokumentiert wird. Darüber hinaus müssen die ausgewählten Produkte angepasst und erprobt werden. Notwendig ist aus Sicht des DF auch eine Einweisung. Die Ergebnisüberprüfung muss dem Papier zufolge ebenfalls anhand des Erhebungsbogens erfolgen. Zudem ist vorgesehen, dass der gesamte Versorgungsprozess und die Aufklärung des Patienten dokumentiert werden. „Es ist wichtig, neben der Produktqualität auch endlich die Versorgungsstandards im Hilfsmittelverzeichnis zu verankern“, erklärt die BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Nur so könne mittel- und langfristig eine patientenorientierte Versorgung mit Antidekubitus-Hilfsmitteln sichergestellt werden.
Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen. Das Dekubitus Forum, das von Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ gegründet wurde, hat das Ziel, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.
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