18.11.2020

Zweifacher Infektionsschutz für Implantate

Bremen/Berlin – Eine hybride Beschichtung von Implantaten aus antibakteriell wirksamem Silber und einem Antibiotikum soll künftig Patienten vor Infektionen schützen.

Das Projekt AntiSelektInfekt entstand in Zusammenarbeit von Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen mit einem Forscher-Team der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Der neue Ansatz soll Infektionsrisiko nach einer Implantation von künstlichen Gelenken deutlich senken. Dafür wird das Implantat mit einem antibakteriell wirksamen Silber und einem Antibiotikum beschichtet, das individuell auf den Patienten beziehungsweise Keim abgestimmt ist. Die Idee entstand vor vier Jahren am IFAM.
Weiterentwickelt, getestet und realisiert haben die Fraunhofer-Forscher diese Idee zusammen mit Wissenschaftlern des Julius-Wolff-Instituts und des BIH Centrums für Regenerative Therapien (BCRT) der Charité. „Die präklinischen Studien haben bewiesen, dass die hybride Beschichtung des Implantats die Infektionsrate wirksam senkt“, sagt Prof. Britt Wildemann.
Die Idee, Implantate zu beschichten, ist nicht neu. Neu ist allerdings der Ansatz, Silber und Antibiotikum miteinander zu kombinieren, sowie das Verfahren, mit dem ein individuell auf den Patienten abgestimmtes Antibiotikum eingesetzt wird. Die spezielle Beschichtungstechnik des Fraunhofer IFAM sorgt zudem für eine kontrollierte Freisetzung der antimikrobiellen Substanzen: Während das Antibiotikum sofort nach Einbringen des Implantates vollständig freigesetzt wird, entfalten die Silberpartikel ihre oberflächennahe Wirkung langsam und über einen längeren Zeitraum. So wird ein anhaltender Schutz auch während der Heilungsphase erzielt.
Bei Herstellern von Implantaten und Beschichtungsdienstleistern stoße das Projekt bereits auf großes Interesse, teilt das IFAM mit. Vor allem, da für die genutzten Verfahren keine neuen Implantate entwickelt werden müssten. Auch bereits verfügbare Produkte könnten beschichtet werden.
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