19.02.2018

Zungenschrittmacher gegen Atemaussetzer im Schlaf

Düsseldorf – Die HNO-Experten des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) haben erstmals einen Zungenschrittmacher bei Patienten eingesetzt, die während des Schlafs an Atemaussetzern leiden. „Der Schrittmacher stimuliert die Muskulatur der Zunge während des Schlafs mit Stromimpulsen. So können die Atemaussetzer verhindert werden“, erklärt der HNO-Oberarzt Dr. Christian Plettenberg.

Das neue Verfahren könne dann eingesetzt werden, wenn die übliche Behandlung mit der Atemmaske zu keiner Verbesserung führt oder nicht möglich ist. Liegt das Problem auf Höhe des Zungengrunds, kann der Schrittmacher helfen, so Plettenberg, der eng mit dem Schlafzentrum an der Düsseldorfer Uniklinik zusammenarbeitet. Der Schrittmacher hat die Größe eines normalen Standard-Herzschrittmachers und wird im Brustbereich unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt. Über einen Sensor werden Informationen über die Atmung vermittelt. Eine Elektrode unter der Zunge gibt dann nachts beim Einatmen einen Stromimpuls ab. Dieser Impuls wirkt dann auf die Zungenmuskulatur und sorgt so für die nötige Bewegung. Der Fachbegriff lautet Hypoglossusstimulation, oder einfacher: Zungengrundstimulation.
Der Patient kann nach dem Einsetzen den Schrittmacher mit einer Fernbedienung aus- und einschalten. Plettenberg: „Dabei kann man auch eine Einschlafzeit programmieren, so dass das Gerät erst nach einer gewissen Zeit einsetzt und nicht beim Einschlafen stört.“ Die ersten Eingriffe dauerten jeweils zwei Stunden.

Studien gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Erwachsenen über 50 Jahren an einer Schlaf-Apnoe leiden.
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