18.09.2019

Zukunftspraxen mit Datenbrillen und smarten Telefonassistenten

Berlin/Löwenberger Land – Wie sieht die Arztpraxis der Zukunft aus? Welche digitalen Dienste und Anwendungen gehören in einigen Jahren zum Versorgungsalltag? Im Rahmen der Initiative „Zukunftspraxis“ erprobt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zehn konkrete Projekte. Die ersten Praxistests haben jetzt begonnen.

Zur Vorgeschichte: IT-Unternehmen und Start-ups haben im vergangenen Jahr digitale Ideen für Arztpraxen präsentiert. Bei einem Ideenwettbewerb hat die Bundesvereinigung zehn Anwendungen ausgewählt, die jetzt im Alltag erprobt werden. „Wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt“, sagt Projektleiter Dr. Bernhard Tenckhoff bei einem Presseseminar der KBV. Er berichtet, dass die teilnehmenden Praxen sich insbesondere für einen KI-basierten Telefonassistenten interessierten. Dieser nimmt Anrufe in der Praxis entgegen, wenn Medizinische Fachangestellte überlastet sind. Der Assistent zeichnet die Wünsche des Patienten – wie zum Beispiel Termin oder Wiederholungsrezept – auf und verarbeitet diese zum Teil automatisiert. Im Praxistest geht es vor allem darum, ob damit Bürokratie in den Praxen abgebaut werden kann.
Ebenfalls im Test ist XpertEye. Dabei handelt es sich um eine „You see what I see“-Lösung basierend auf einer Datenbrille in Kombination mit einem Smartphone. Sie ermöglicht den Benutzern, Wissen und Expertise über Distanzen hinweg in Echtzeit zu transportieren, indem das Sichtfeld, Gesten und die Stimme übertragen und mit einem Experten geteilt werden können. Tenckhoff zufolge kommt die Datenbrille unter anderem auf einer Nordseeinsel zum Einsatz. Die KBV interessiert, ob damit die ärztlichen Versorgung von Heimbewohnern und nicht mobilen Patienten verbessert werden kann.

Die teilnehmenden Praxen werden in drei Wellen nach ihren Erfahrungen befragt. 2022 soll das Projekt evaluiert und abgeschlossen werden. Dann wird sich zeigen, welche Digitalsierungsideen sich in den Praxen bewährt haben.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter