16.01.2020

Wissenschaftler vereinfachen Ergonomiebewertung

Hannover – Wie ergonomisch ist mein Arbeitsplatz? Wissenschaftler aus Hannover haben ein 3D-Kamera-System entwickelt, mit dem sich diese Frage schnell beantworten lässt.

Eine 3D-Kamera und einen Laptop – mehr brauchen Unternehmen nach Ansicht der Entwickler in Zukunft nicht, um Ergonomiebewertungen in der Montage durchzuführen. Die 3D-Kamera beobachtet einen Mitarbeiter und erfasst seine Bewegungen: Wie oft bückt er sich? In welchem Winkel streckt er seine Arme aus? Arbeitet der Mitarbeiter viel über Kopf, oder beugt er sich häufig mit krummem Rücken über seinen Arbeitstisch?
Kritische Bewegungen erkennt der digitale Ergonomiebewerter mit Hilfe einer Software, die Wissenschaftler im Forschungsprojekt „WorkCam“ entwickelt haben. Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz Universität Hannover arbeiteten in diesem Projekt zusammen. Bisher seien Ergonomiebewertungen mit sehr hohem Aufwand verbunden, teilt das IPH mit. Große Unternehmen beschäftigten dafür häufig Fachleute wie Physiotherapeuten und Arbeitswissenschaftler. Sie beobachten die Mitarbeiter, werten Bewegungsabläufe aus und geben Tipps, wie sich Arbeitsplätze ergonomischer gestalten lassen. Eine automatisierte Bewegungsanalyse sei bislang nur mit sogenannten Motion-Capture-Anzügen möglich. Bei der Arbeit seien diese Anzüge aber eher hinderlich. Zudem gelten beide Methoden als aufwendig und teuer.
Aus diesem Grund sei von den Wissenschaftlern des IPH und IFA eine wesentlich einfachere Alternative entwickelt worden. Um die Kosten niedrig zu halten, wird für das „WorkCam“-System eine handelsübliche 3D-Kamera genutzt. Die Software zur Ergonomiebewertung ist in der Lage, kritische von unkritischen Bewegungen zu unterscheiden, die Häufigkeit der kritischen Bewegungen zu erfassen und auf dieser Basis automatisch Handlungsempfehlungen zu geben.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter