16.12.2019

Wie Wissenschaftler Adipositas eindämmen wollen

Berlin – Kampf gegen Adipositas: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Thesen zur „Eindämmung der Epidemie“ veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren plädieren für einen ganzheitlichen Ansatz: Es sollten individuelle Verhaltensweisen, soziale Normen sowie kulturelle und ökonomische Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden.

Wie Wissenschaftler Adipositas eindämmen wollenZu den von den Wissenschaftlern empfohlenen Maßnahmen gehören sowohl Prävention und die Änderung des individuellen Lebensstils als auch gesetzliche Regelungen wie gezielte Werbeverbote oder die Besteuerung einzelner Nahrungsmittel. Ziel müsse es dabei sein, die Entstehung von starkem Übergewicht und Adipositas insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine These der Autoren lautet: „Maßnahmen, die nur einen Faktor verändern wollen, werden kaum erfolgreich sein.” Vielmehr sollten verschiedene Maßnahmen initiiert und in ihren Wirkungen und Wechselwirkungen wissenschaftlich begleitet werden.

Die Experten weisen außerdem darauf hin, dass Stigmatisierung von Übergewicht und Adipositas zu emotionalen Beeinträchtigungen, Depressionen und einer Verschlechterung der Lebensqualität der Betroffenen führen könne. Einer Stigmatisierung der Betroffenen sollte durch die Vermittlung von vertieftem Wissen über die vielfältigen Ursachen und Faktoren von Übergewicht entgegengewirkt werden. Eine weitere Forderung: „Menschen, die von Adipositas betroffen sind, müssen adäquat mit evidenzbasierten Therapieoptionen versorgt werden.“ Das gelte insbesondere für chirurgische Maßnahmen bei Menschen mit schwerer Adipositas.
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