16.10.2020

WIdO: Hohe Sterblichkeitsrate bei schwerer Covid-19-Erkrankung

Berlin – Eine schwere Coronaerkrankung kann über die akuten Beschwerden hinaus gravierende gesundheitliche Folgen haben. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Dieses hat sich die Fehlzeiten von bei den Ortskrankenkassen versicherten Covid-19-Patienten im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 21. April angeschaut.

Demnach liegt der Krankenstand der betroffenen Beschäftigten in den ersten zehn Wochen nach ihrem Krankenhausaufenthalt mit 6,1 Prozent deutlich höher als bei der nicht infizierten Vergleichsgruppe mit gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur (2,8 Prozent). Auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit unterscheidet sich: Innerhalb von zehn Wochen fehlten die von Covid-19 betroffenen Mitarbeiter nach dem Krankenhaus durchschnittlich 13,5 Tage pro Fall, die vergleichbare Gruppe dagegen nur 9,4 Tage. Die Versicherten, die wegen Corona stationär behandelt wurden, blieben wegen Infektions- und Atemwegserkrankungen, psychischer Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Stoffwechsel-Erkrankungen zu Hause. Bei den Atemwegserkrankungen sticht vor allem die Lungenentzündung hervor, geht aus der Analyse hervor. Jeder siebte Coronafall musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Auswirkungen der Erkrankung zeigen sich auch in der laut WIdO hohen Sterblichkeitsrate der stationär behandelten Patienten, die im Beobachtungszeitraum bei 3,3 Prozent lag. „Angesichts der Tatsache, dass hier AOK-versicherte Erwerbstätige mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 47 Jahren betroffen sind, ist die hohe Sterberate durchaus besorgniserregend“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. In der Vergleichsgruppe starben lediglich 0,08 Prozent. „Dies wirft ein Schlaglicht auf das hohe Risiko der Covid-19-Erkrankung, von der bisher nur vergleichsweise wenige Beschäftigte betroffen waren“, sagt Schröder.
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