24.10.2017

WHO-Studie: Adipositas bei Kindern und Jugendlichen verzehnfacht

Heidelberg – Bleibt eine Trendwende aus, wird es weltweit ab dem Jahr 2022 mehr fettleibige Kinder und Jugendliche geben als untergewichtige. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, an der auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beteiligt ist.

WHO-Studie: Adipositas bei Kindern und Jugendlichen verzehnfachtDie WHO-Analyse ist die größte jemals publizierte epidemiologische Studie: Rund 1.000 Wissenschaftler erfassten den Body Mass Index und dessen Veränderungen von mehr als 130 Millionen Menschen weltweit von 1975 bis 2016. Innerhalb dieses Zeitraums stieg die Rate fettleibiger Kinder von weniger als einem Prozent (ca. 11 Millionen) auf fast sechs Prozent bei Mädchen (50 Millionen) sowie fast acht Prozent bei Jungen (74 Millionen). Die Anzahl fettleibiger 5- bis 19-Jähriger verzehnfachte sich von 1975 bis 2016 (von 11 auf 124 Millionen). Weitere 213 Millionen Kinder sind übergewichtig, erreichen jedoch nicht die Grenze zur Fettleibigkeit. „In Ländern mit höheren Durchschnittseinkommen stagniert dieser Trend seit einigen Jahren – bei einer inakzeptabel hohen Rate an stark übergewichtigen Kindern", sagt Hermann Brenner vom DKFZ. „In den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen steigt die Rate dagegen leider immer noch an."
Die Autoren rechnen hoch, dass bei anhaltendem Anstieg des Übergewichts ab dem Jahr 2022 die Rate adipöser Kinder und Jugendlicher die der Altersgenossen mit moderatem und schwerem Untergewicht überschreiten wird.
Kinder und Heranwachsende haben sich in vielen Teilen der Welt sehr schnell von der untergewichtigsten zur übergewichtigsten Bevölkerungsgruppe entwickelt – so etwa in Ostasien oder Lateinamerika. Die Autoren gehen davon aus, dass dies vor allem mit dem Konsum von Lebensmitteln mit hoher Energiedichte zusammenhängt, etwa stark verarbeitete Kohlenhydrate.
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