16.12.2014

Virtuelle Biobank für Prostatakrebs online

Berlin – Das Deutsche Prostatakarzinom Konsortium (DPKK) und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI haben gemeinsam eine virtuelle Biobank für Gewebeproben und weitere Biomaterialien von Prostatakrebspatienten entwickelt.

Virtuelle Biobank für Prostatakrebs onlineDamit können Mediziner und Wissenschaftler des DPKK ab sofort die Daten und Proben der Patienten in den angeschlossenen 17 Kliniken online auffinden und gemeinsam für Forschungszwecke nutzen. Die gespendeten Proben werden bereits seit elf Jahren mit Einverständnis der Patienten gesammelt. Am Potsdamer Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse des Fraunhofer IZI wurden sowohl Konzept als auch Software entwickelt, um den gemeinsamen Datenbestand in einer virtuellen Biobank zusammenzuführen.
Diese ist spezifisch an die Datensätze zum Prostatakarzinom angepasst, kann aber bei Bedarf auch jederzeit um Fälle und Daten anderer Erkrankungen erweitert werden. Über die Anbindung an das Projektportal im Deutschen Biobanken-Register stehen die anonymisierten Daten der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung, um Forschungsprojekte anzubahnen. „Besonders zukunftsträchtig an der entwickelten Software ist, dass sie ganz unterschiedliche Datenformate integriert und sich jederzeit nahtlos und flexibel erweitern lässt“, so Dr. Christina Schröder, Projektleiterin am Fraunhofer-Institut.
Die Originalproben verbleiben dabei im Bestand der jeweiligen Klinik und stehen vor Ort für diagnostische Zwecke weiterhin zur Verfügung. Die Daten, die jeweils Fall und Probe beschreiben, werden in einer sogenannten Metabiobank auf dem Server der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Düsseldorf zusammengeführt.
„Mit der Fertigstellung der DPKK-Biobank zahlt sich nun aus, dass alle DPKK-Mitgliedszentren das gespendete Material seit Jahren nach denselben Standards aufarbeiten und aufbewahren“, kommentiert Prof. Bernd Wullich, Direktor der Urologischen Klinik in Erlangen. „So ist im DPKK die Vergleichbarkeit und hohe Qualität des Materials von vornherein gegeben, die ja unabdingbare Voraussetzung klinikübergreifender Forschungsprojekte ist“, ergänzt der DPKK-Vorsitzende Prof. Gerhard Unteregger, Klinik für Urologie und Kinderurologie der Universität des Saarlandes.

Das Konsortium will zur Lösung der Frage beitragen, welche Rolle sowohl genetische Anlagen als auch Umwelteinflüsse bei der Entstehung des Prostatakarzinoms spielen.
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