18.09.2019

Studie: Prophylaktisch implantierter Defibrillator ist sinnvoll

Göttingen – Wem helfen vorsorglich implantierte Defibrillatoren? Mediziner der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben die erste europaweite Studie dazu geleitet. Sie haben festgestellt, dass Patienten mit Herzrhythmusstörungen mit Implantat einen deutlichen Überlebensvorteil haben. Teile der Ergebnisse haben die Autoren im Fachmagazin The Lancet publiziert.

Studie: Prophylaktisch implantierter Defibrillator ist sinnvollImplantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) schützen Menschen mit Rhythmusstörungen vor dem plötzlichen Herztod. Sie können bei einer Störung mit einem starken elektrischen Impuls den Herzmuskel wieder in den Takt bringen. Die Geräte werden bei Patienten mit bestimmten Herzerkrankungen vorbeugend eingesetzt. Altere Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel von ihnen einen Überlebensvorteil hat.
Die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Markus Zabel, Leiter des Schwerpunkts Klinische Elektrophysiologie in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie am Herzzentrum der UMG, haben an 2.327 Patienten aus 44 klinischen Zentren in 15 europäischen Ländern untersucht, welche von ihnen der prophylaktische ICD vor dem plötzlichen Herztod bewahrt. Das Ergebnis der Studie: Bei allen Patienten gibt es einen deutlichen Überlebensvorteil von 27 Prozent. Zudem habe sich gezeigt, dass Patienten über 75 Jahren, mit Begleiterkrankungen oder Diabetiker nicht profitieren, weil bei ihnen Rhythmusstörungen deutlich seltener seien. Für jüngere Patienten mit Herz- und Herzmuskelschwäche sei der Nutzen dagegen deutlich größer.
„Prophylaktische Defibrillatoren sollten weiterhin nach individueller Beurteilung eines einzelnen Patienten verordnet und implantiert werden“, bewertet Prof. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender des Herzzentrums und Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie am UMG, die Ergebnisse. Sie sollen helfen, die Auswahlkriterien für Patienten zu verbessern, bei denen eine Therapie mit prophylaktischem ICD sinnvoll ist.
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