16.12.2014

Studie: Hilft herzhaftes Lachen dem Herzen?

Stuttgart – Die Abteilung für Kardiologie des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) und die Stiftung „Humor hilft heilen“ von Dr. Eckart von Hirschhausen starten eine Pilotstudie. Die Frage: Profitieren Patienten mit Brustschmerzen (Angina pectoris) und psychosomatischen Herzbeschwerden von einem wissenschaftlich evaluierten Humortraining?

Studie: Hilft herzhaftes Lachen dem Herzen?Bei kaum einem anderen Organ hängen körperliche und seelische Erkrankungen so eng zusammen: Herzpatienten entwickeln oft Angststörungen und umgekehrt sind Feindseligkeit und Depression massive Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, wie internationale Studien belegen.
„Wenn man Schmerzen im Brustkorb hat und diese trotz Therapie und Lebenswandel einfach nicht verschwinden, ist das natürlich beängstigend“, erklärt Dr. Peter Ong, Funktionsoberarzt der Abteilung für Kardiologie am RBK. Im Nachgang zu der körperlichen Behandlung zeigten viele Betroffene hartnäckige psychische Probleme mit hohem Leidensdruck. Denen sei von medizinischer Seite nur schwer zu begegnen, betont Ong.
In den vergangenen Jahren haben Forschungen über seelische Schutzfaktoren deutlich zugenommen. In der positiven Psychologie hat Humor eine große Bedeutung für Stressresistenz und Krankheitsverarbeitung. „Entgegen der landläufigen Meinung, dass man Humor einfach hat oder auch nicht, ist erwiesen, dass sich die Fähigkeit über sich zu lachen und eine gesunde gelassene Distanz zu Problemen aufzubauen, trainieren lässt“, sagt TV-Moderator von Hirschhausen. Seine Stiftung fördert seit vielen Jahren praktisch und wissenschaftlich heilsame Stimmung im Krankenhaus. Am RBK erheitern professionelle Clowns jede Woche die Patienten auf den Stationen. Mit einem dieser Clowns, Torsten Fuchs, und der Tübinger Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie Barbara Wild startet die deutschlandweit einzigartige Pilotstudie.
Gelingt es in einem standardisierten achtwöchigen Trainingsprogramm, Herzpatienten beizubringen, wieder „herzhaft“ zu lachen? Und lässt sich dieser Effekt auch an körperlichen Befunden wie Belastungs-EKG, Stresshormonen und Anfallshäufigkeit sowie an seelischen Messgrößen nachweisen? Das Pilotprojekt startet mit einer kleinen Gruppe von Patienten im Dezember 2014 am RBK. Funktionsoberarzt Ong geht davon aus, dass die Studie verlässliche Daten liefert, die Rückschlüsse zulässt, ob Humor den Gesundheitszustand positiv beeinflussen kann. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Mitte 2015 veröffentlicht werden. Die Studie wird durch den Verein Freunde und Förderer des RKB gefördert.
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