11.07.2018

Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz wird Kassenleistung

Berlin – Die extrakorporale Stoßwellentherapie (EWST) ist Kassenleistung. Das hat der Gemeinsame Bundeausschuss (G-BA) kürzlich entschieden. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt den Beschluss. Patienten sollten die Therapie frühzeitiger in Anspruch nehmen können. Für den Therapieerfolg sei es unerlässlich, dass Ultraschall-Experten diese durchführten.

Die Plantarfasziitis verursache bei Betroffenen einen starken Fersenschmerz. Sie entstehe, wenn der Fuß längerfristig stark belastet wird und sich die Sehnen an der Fußsohle im Bereich der Ferse entzünden. Ursache hierfür seien zum Beispiel starkes Übergewicht, Tragen von Schuhen mit harten Absätzen, Überbelastung beim Sport, stehende Berufe, eine genetisch bedingte Verkürzung des Waden- oder Oberschenkelmuskels oder ein Hohl- bzw. Plattfuß. Helfen konservative Therapien mit Schuheinlagen, Dehnübungen, Medikamenten oder Physiotherapie nicht, könne die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESTW) eingesetzt werden.
„In Anbetracht der Erkrankungshäufigkeit und weil viele Patienten sogar bis zu zehn Jahre mit diesen Fersenschmerzen leben müssen, begrüßen wir die G-BA-Entscheidung zur Erstattung der ESTW“, sagt Dr. Rainer Berthold, Vizechef des Arbeitskreises Bewegungsorgane der DEGUM.
„Üblicherweise gilt die Extrakorporale Stoßwellentherapie für rund zehn Prozent der Betroffenen als letzte Therapiemöglichkeit bevor es zu einer Operation kommt“, sagt Berthold. Bei der ESTW werden über die Haut Ultraschallstoßwellen in die betroffene Region gebracht. Dadurch werde eine mechanische Reizung der Plantaraponeurose am kalkanearen Ursprung bewirkt. Die Reizung führe zu Mikrorissen, die einen reaktiven Heilungsprozess des Körpers auslösen, was wiederum die Durchblutung erhöht. Ferner wirke die ESTW häufig schon während der Anwendung schmerzstillend.
Da die Behandlungskosten im Vergleich zu den übrigen Pauschalen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) relativ hoch sind, hat der G-BA nun entschieden, dass nur chronisch Erkrankte und Patienten, die auf andere konservative Maßnahmen nicht ansprechen, eine Erstattung durch die Krankenkasse erhalten. Die DEGUM kritisiert, dass Patienten einen langen Leidensweg von mindestens sechs Monaten gehen müssen, um die Therapie kostenfrei zu erhalten. Es bestehe das Risiko, dass sich dadurch noch ein größerer Fersensporn entwickelt.
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