18.12.2017

Software ermöglicht frühe Diagnose bei Arterienverkalkung

Kaiserslautern – Bei einer Arterienverkalkung wird das Blut nicht mehr richtig durch die Adern gepumpt. Entsprechend steigt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Informatiker der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) haben ein Computerprogramm entwickelt, mit dem die Verkalkung früher als bisher erkannt werden kann. Dazu nutzen sie Bilddaten aus Computertomographien (CT).

Software ermöglicht frühe Diagnose bei Arterienverkalkung„Die Erkrankung wird oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt“, sagt Christina Gillmann, Doktorandin am Lehrstuhl für Computer Graphics and Human Computer Interaction an der TUK. „Ärzte können die Ablagerungen in den Blutgefäßen auf CT-Bildern beispielsweise erst erkennen, wenn schon dickere Schichten an den Gefäßwänden vorhanden sind.“
Die Informatiker um Gillmann entwickeln derzeit ein Computerprogramm, das Ärzten dabei helfen soll, früh eine Diagnose zu stellen. Dabei nutzen sie bereits vorhandene CT-Bilder. Diese Röntgentechnik liefert Medizinern schichtweise Aufnahmen, die meist in Graustufen dargestellt werden. „Die Auflösung der Bilder ist hierbei nicht sehr hoch“, sagt die Doktorandin. Die Daten müssten anders aufbereitet werden, um die Arteriosklerose im Frühstadium zu erkennen. Zwar gebe es derzeit schon Techniken, mit denen solche Werte aus den CT-Daten herausgelesen werden könnten. Sie seien aber zu kompliziert und im Praxisalltag für Mediziner nicht anwendbar.
Für ihr Computerprogramm filtern die Informatiker zusätzliche Informationen aus den CT-Aufnahmen heraus. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel die Verzweigungen der Arterien genau darstellen. Das Verfahren sei nicht nur für Ärzte interessant, sondern auch für Industrieunternehmen. Sie könnten mit der Technik etwa ihre Produkte gezielter durchleuchten, um mögliche Schadstellen aufzuspüren. Bis das System eines Tages in Krankenhäusern zum Einsatz kommen wird, brauche es allerdings noch ein paar Jahre Entwicklungsarbeit, so Gillmann.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter