21.08.2019

Smartphone oder E-Auto kein Risiko für Schrittmacher

Düsseldorf – Können elektromagnetische Felder von Geräten im Alltag Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren stören? Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) fassen aktuelle Studien zusammen und geben Empfehlungen.

Smartphone oder E-Auto kein Risiko für SchrittmacherDie Gesellschaften empfehlen Patienten mit Herzschrittmacher oder implantiertem Defibrillator eine gewisse Vorsicht im Umgang mit elektrischen Geräten. Interferenzen der elektrischen Felder können beispielsweise einen Moduswechsel im Schrittmacher oder inadäquate, schmerzhafte Schockabgaben bei implantierten Defibrillatoren auslösen. Das komme bei heutigen Implantaten nur noch sehr selten – in 0,3 bis 0,7 Fällen pro 100 Patientenjahre – vor, verweisen DGK und DGAUM auf Studien. Doch viele Patienten fürchteten sich vor Interferenzen und schränkten sich im Alltag ein.
Die Gesellschaften haben Studien verglichen und geben Empfehlungen für den Umgang mit diversen Alltagsgeräten. Beim Einsatz von Mobiltelefonen und Smartphones mit Internetfunktionen brauche es heute keinen Sicherheitsabstand mehr – ausgenommen induktive Ladestationen. MP3-Player seien im Alltag kein Problem, doch die Lautsprecher sollten wegen der enthaltenen Dauermagnete nie auf die Stelle mit dem Implantat gelegt werden. Für Reisen mit Hybridauto, Elektrofahrzeug, Flugzeug oder Bahn seien in Studien keine Wechselwirkungen festgestellt worden. Beim Einkaufen raten DGK und DGAUM Patienten, schnell die Sicherungssysteme von Geschäften zu passieren und zu RFID-Scannern einen Mindestabstand zu halten.
Allgemein empfehlen die Gesellschaften den Patienten, mit dem Arzt vor dem Einsetzen eines Implantats zu klären, ob es im Alltag viele elektrische Störquellen gibt. Dann könne der Arzt ein entsprechendes Implantat auswählen und so das spätere Risiko minimieren.
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