16.09.2020

Sensormatte gegen Haltungsschäden

Stuttgart – Stehen Mitarbeiter richtig? Das können Unternehmen mit einer Sensormatte überprüfen, die Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart entwickelt haben. Haltungsschäden sollen so vorgebeugt werden.

Raphael Neuhaus und Julian Stübing von der Abteilung Funktionale Materialien am IPA haben zusammen mit einem Unternehmen eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt, deren Sensorik die Fußposition eines Mitarbeiters erfasst und Gewichtsverlagerungen erkennt. Damit, so die Wissenschaftler laut IPA, könnten Arbeitnehmer selbst kontrollieren, ob sie eine gesunde Körperhaltung einnehmen und diese bei Bedarf sofort korrigieren.
48 Sensoren pro Fuß haben die beiden Wissenschaftler in die Steharbeitsplatz- Matte integriert. „Die Messungen erfolgen berührungslos durch die Schuhsohle hindurch“, sagt Stübing. Über ein sogenanntes Bus-System und einen USB-Anschluss ist die Matte mit dem Computer des Mitarbeiters verbunden. Über ein Schachbrettmuster, bei dem jedes der 48 Felder für einen bestimmten Sensor steht, zeigt eine Software dem Arbeitnehmer echtzeitnah an, wie stark welche Bereiche seiner Füße gerade belastet sind. Rot steht dabei für hohen, gelb für mittleren und grün für geringen Druck.
Eine Auswertung findet momentan noch nicht statt, wäre aber in Zukunft möglich. Denkbar wäre laut IPA zum Beispiel ein Ampelsystem, das anzeigt, ob ein Mitarbeiter gut steht (grün), ob es Verbesserungspotenzial gibt (gelb) oder er sein Gewicht sofort verlagern muss (rot), weil ein Bein zu lange zu stark belastet wird. Außerdem planen Stübing und Neuhaus, die Anzahl der Sensoren in der Matte zu erhöhen, um die Bildgebung zu verbessern. Ob und wie gut das funktioniert und ob eine Sensormatte mit derart hoher Auflösung überhaupt zu finanzieren wäre − das sind Fragen, die die beiden Wissenschaftler in einem weiteren Forschungsprojekt klären wollen.
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