25.02.2015

Scannen statt stechen: DAK Gesundheit startet Diabetes-Projekt

Berlin (pag) – Ein neues Versorgungs-Projekt startet die DAK Gesundheit für Diabetes-Patienten. Ab Jahresmitte stellt die Krankenkasse etwa 1.000 Versicherten mit schwerer Zuckererkrankung ein innovatives Mess-System zur Verfügung. Es ermöglicht das Messen des Blutzuckers per Scan und mehr Informationen, die Patienten den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Scannen statt stechen: DAK Gesundheit startet Diabetes-ProjektDie DAK Gesundheit übernimmt für ihre Versicherten die Kosten für „FreeStyle Libre“ der Firma Abbott. Die Methode ist bislang keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Für Prof. Morten Schütt, Bereichsleiter Diabetes und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, ist das System „ein Meilenstein in der Diabetestherapie“. Schütt sagt: „Auf eine solche Alternative zur traditionellen Blutzuckermessung haben Menschen mit Diabetes und wir Ärzte lange gewartet.“ Das System erleichtere das Diabetesmanagement im Alltag erheblich und habe positive Auswirkungen auf die Lebensqualität, das Therapievertrauen sowie das soziale Umfeld. Den größten Vorteil sieht er im sogenannten Trendpfeil, der es Patienten erstmals ermögliche, aus ihrem Handeln zu lernen.
Das FreeStyle Libre-System ist seit November 2014 auf dem deutschen Markt. Aufgrund beschränkter Produktionskapazitäten startet das Projekt mit einer limitierten Patientenzahl. Die Auswahl trifft die Krankenkasse, Patienten können sich nicht „bewerben“. Thomas Bodmer, Vorstandsmitglied der DAK Gesundheit: „Wir machen das Angebot zunächst denjenigen, die an den Disease-Management-Programmen (DMP) Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 teilnehmen, eine intensivierte Insulintherapie benötigen und sich täglich viele Male in den Finger stechen müssen.“ Die Teilnahme ist freiwillig. Bis zum Jahresende sollen mehrere tausend Versicherte den Sensor erhalten. Die Kasse will Bodmer zufolge beobachten und analysieren, wie sich das neue System im Versorgungsalltag bewährt. Ziel sei die Regelversorgung.

So funktioniert „FreeStyle Libre“

Statt den Zuckerwert routinemäßig über das Blut zu bestimmen, erfolgen die Messungen in der Zwischenzellflüssigkeit des Unterhautgewebes. Der Patient appliziert einen Sensor am Oberarm, der etwa so groß ist wie ein Zwei-Euro-Stück. Der Sensor trägt an der Unterseite einen feinen Faden, der fortlaufend die Zuckerkonzentration misst. Der Patient kann den Sensor jederzeit mit einem kleinen Lesegerät scannen. Es speichert die Glukosewerte von bis zu 90 Tagen sicher ab. Die Kosten liegen bei jeweils 60 Euro für Messgerät und Sensor – dieser muss alle 14 Tage ausgewechselt werden.
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